Product Marketing Manager Ralf Kehlenbach demonstriert das rasante Lesetempo (1 000 Frames pro

Product Marketing Manager Ralf Kehlenbach demonstriert das rasante Lesetempo (1 000 Frames pro Sekunde) und die hohe Leistungsfähigkeit des Dataman 500.

Mit dem kamerabasierten ‚Dataman 500‘ will Cognex die Logistik-Branche erobern.

STUTTGART (sp). Das vor etwa 30 Jahren in den USA als Spin-Off des Massachusetts Institute of Technology von Dr. Robert J. Shillman gegründete Unternehmen Cognex hat es sich zum Ziel gesetzt, die in der Logistik gängigen laserbasierten Codelesegeräte durch sein Handlesegerät ‚Dataman 500‘ zu ersetzen: „Laserbasierte Systeme werden in fünf bis zehn Jahren vom Markt verschwinden“, ist sich Torsten Zöller, Marketing Communication Manager, Europe, sicher, „Unser Ziel ist es den Laser in der Logistik durch den Imager zu ersetzen.“ Seit den 90er Jahren werden CCD-Imagern zum Lesen von Strichcodes eingesetzt. In den 1980er hält der Laserscanner weltweit im Handel Einzug.
Marktanteil Logistik ausbauen

Die Logistik-Branche ist für Cognex Neuland. Das ursprünglich vor allem unter Halbleiter-Herstellern bekannte Unternehmen verkauft Bildverarbeitungs-komponenten und Systeme zum größten Teil für die industrielle Automation und die Oberflächen-inspektion. Cognex Umsatzanteil aus der Logistik-Branche beträgt in Deutschland derzeit nur etwa zwei Prozent. „Wir wollen diesen Anteil auf fünf Prozent erhöhen“, berichtet Zöller. Das lässt sich der Bildverarbeiter ganze 10 Mio US-Dollar kosten: soviel investierte Cognex in die Entwicklung des neuen Chips, der sowohl Imager als auch Prozessor beinhaltet (VSoC – Vision System on a Chip). Mit dieser strategischen Entscheidung trägt Cognex einer seit Jahren stattfindenden Entwicklung Rechnung: Track & Trace-Lösungen sollen vielerorts die Supply Chain in punkto Sicherheit und Qualität verbessern. „Die Fertigung bewegt sich seit längerem hin in Richtung Hundertprozent-Kontrolle“, sagt Zöller. Das gesamte Marktvolumen für Bildverarbeitungskomponenten in der Logistik beträgt hierzulande etwa 150 Mio US-Dollar.

Vorteile kamerabasierter Systeme

Im Unterschied zum Laser erkennt ein kamerabasiertes Gerät auch undeutliche und fehlerhafte Codes – und das aus nahezu jeder Position. Laut Product Marketing Manager Ralf Kehlenbach ist das neue Gerät im mittleren Preissegment den herkömmlichen Codelesern technisch und preislich überlegen. „Die Bildverarbeitungsalgorithmen übertreffen die Leistungsmöglichkeiten eines Lasers“, so Kehlenbach. Das Gerät ist kleiner, liest bis zu 1000 Bilder pro Sekunde und kann zur Erkennung jeder Art von Codes eingesetzt werden; so erkennt der Imager beispielsweise auch eingravierte oder genagelte Codes auf metallischen oder dunklen Oberflächen. Ein Laser ist auf 2-D-Strichcodes beschränkt und auf Grund seiner rotierenden Spiegel verschleißanfälliger. Der Dataman 500 dagegen hat „eine zwei bis dreifach längere Lebensdauer“, berichtet Kehlenbach. Die Fokus-Einstellung erfolgt beim Dataman 500 durch eine Flüssigkristallinse – dank dieser Technologie gibt es keine mechanischen Teile, die verschleißen könnten.

Umsätze Cognex

Cognex erwirtschaftet mit 729 Mitarbeiter im Jahr zwischen 176 Mio US-Dollar (im Krisenjahr 2009) und 243 Mio US-Dollar (2008). Das amerikanische Unternehmen blickt auf 600 Mannjahre der Softwareentwicklung zurück, hat mittlerweile mehr als 270 Patente angemeldet und beschäftigt etwa 300 Ingenieure. In den letzten Jahren wurden etwa 13 % vom Umsatz erneut in die Forschung und Entwicklung reinvestiert. Hinzu kommen Investitionen wie den Ausbau der Fertigung in Irland. Heute verfügt Cognex über Niederlassungen in über 23 Ländern.

Europäische Markt

Europa mit einem Umsatzanteil von rund einem Drittel wurde in den letzten Jahren insbesondere auch in den osteuropäischen Ländern weiter ausgebaut. Unter den weltweiten Unternehmen der Bildverarbeitung ist Cognex laut Zöller das Größte in Umsatz, Mitarbeiterzahl, im Vertriebsnetz und in der Breite des Produktangebotes.