Mechatronisches Sensorsystem von KTR.

Mechatronisches Sensorsystem von KTR.

RHEINE (pd). Das Überlastsystem wird platzsparend in dem Kupplungszwischenstück integriert und bietet dem Betreiber deutliche Vorteile mit Blick auf Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlage. Zum Beispiel kann ein Generatorkurzschluss oder ein Netzabfall erhebliche Drehmomentspitzen zur Folge haben, die sich in das Getriebe fortsetzen und Schädigungen an der Verzahnung hervorrufen können. Die Überlasteinheit fängt solche Drehmomentspitzen ab und minimiert somit die Gefahr kostenintensiver Getriebeschäden. Praxistests haben gezeigt, dass derartige Überlastfälle häufiger auftreten als Experten vermuteten.

Überlastsysteme sollten also so ausgelegt sein, dass auch nach mehreren hundert Überlastzyklen noch keine nennenswerte Änderung des Überlastmomentes messbar ist. Nach dieser Maßgabe wurden die KTR-Überlastsysteme entwickelt.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Überlastsysteme zu überwachen und die Überlastfälle zu dokumentieren. Auf der HUSUM WindEnergy zeigt KTR als Neuheit erstmals ein solches Überwachungssystem, das ebenso einfach wie zuverlässig arbeitet. An der Überlasteinheit sind zwei Markierungen angebracht, die von einem Sensor detektiert werden. Dreht die Kupplung ohne Überlast, liefern beide Sensoren ein synchrones Signal. Sobald sich aber die Flansche der Überlasteinheit in Folge einer Überlastung zueinander verdrehen, erkennt die Auswerteelektronik die Verschiebung der beiden Signale und hält dies als Überlastfall fest. Dabei werden Zeitpunkte, Zeitdauer und Rutschwinkel der Überlastfälle dokumentiert. So kann der Betreiber später erkennen, wann und in welchem Ausmaß eine Überlast aufgetreten ist.

Dieses Überwachungssystem ist ein wirkungsvolles Sicherheitselement für Windkraftanlagen. Die Schnittstellenanpassung zur Einbindung in die Anlagenüberwachung übernimmt KTR gemeinsam mit dem Anwender. Auch eine Nachrüstung vorhandener Überlastsysteme mit der Überwachungseinrichtung ist möglich.

Neben dem Condition Monitoring-System wird KTR auf der HUSUM WindEnergy die bisher größte Stahllamellenkupplung für die Windtechnik vorstellen. Die RADEX-N 406 ist für Nennmomente von 150.000 Nm ausgelegt. Sie erlaubt bis 20 mm radialen Wellenversatz und +/- 6 mm Axialverlagerungen. Die Winkelverlagerung kann bis zu 1,5 o betragen. Das GFK-Zwischenrohr wirkt stromisiolierend und stellt ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal dar; auch die Bremsscheibe wird in das Kupplungssystem integriert. Für die passfederlose Verbindung von Getriebe und Generator sorgt ein zweiteiliger mechanischer Spannsatz aus der CLAMPEX-Baureihe von KTR.