Dank Wirkungsgradklasse IE2 eignen sich die Sinochron-Motoren gemäß EU-Verordnung 640/2009 über

Dank Wirkungsgradklasse IE2 eignen sich die Sinochron-Motoren gemäß EU-Verordnung 640/2009 über den Juni 2011 hinaus für den Dauerbetrieb von ungeregelten Antrieben.

MARKTREDWITZ (pd). Die Inhalte der EG-Verordnung Nr. 640/2009 sind eindeutig: Ungeregelte Drehstrommotoren einschließlich Getriebemotoren mit Nennleistungen von 0,75 bis 375 kW, die dauerhaft mit Nennlast (Betriebsart S1) arbeiten, müssen ab 16. Juni 2011 mindestens die Wirkungsgradklasse IE2 nach IEC 60034-30:2009 (hoher Wirkungsgrad) aufweisen. Ab 2015 müssen Motoren für derartige Anwendungen sogar die Wirkungsgradklasse IE3 (Premium-Wirkungsgrad) erreichen oder aber der IE2-Antrieb muss mit elektronischer Drehzahlregelung ausgestattet sein.

Zu den Anwendungen, bei denen der Dauerbetrieb üblich ist, gehören Pumpen und Lüfter, die in der Tat einen großen Anteil des industriellen Stromverbrauchs ausmachen. Die Hersteller dieser Komponenten sind nun aufgefordert, ihr Antriebskonzept zu überdenken und den neuen Anforderungen anzupassen. Hier bietet sich der von ABM Greiffenberger entwickelte Sinochron-Motor an.

Die konstruktiven Merkmale des Sinochron-Motors
Die Haupteigenschaften dieser Motorenbauart erschließen sich, wenn der Name aufgeschlüsselt wird: Es handelt sich um einen Synchronmotor mit Hochleistungs- Permanentmagneten, der eine SINusförmige Flußverteilung (EMK) aufweist. Dank der innenliegenden Permanentmagnete lässt sich der Rotor einfach herstellen, zudem kann man günstige Magnetgeometrien erzielen. Die anisotrope Rotorgeometrie erlaubt eine sinusförmige Magnetflussverteilung. Das hat die angenehme Konsequenz, dass keine Nutrastmomente (cogging) entstehen. Die verteilte Statorwicklung ist baugleich zur Wicklung von Asynchronmotoren, so dass die Statoren kostengünstig in sehr großen Serien produziert werden können.
Haupteigenschaften: Kompakt, leistungsstark und energieeffizient 

Aus diesen konstruktiven Merkmalen kann man schon wesentliche Eigenschaften der Sinochron-Antriebe ableiten. Die Motoren zeichnen sich durch kompakte Bauform, gutes Rundlaufverhalten und geringe Geräuschentwicklung aus. Vom Asynchronmotor unterscheiden sie sich durch eine etwa doppelt so hohe kurzzeitige Überlastbarkeit. Daher kann man in vielen Fällen eine kleinere Motorbauform wählen.

Die Motoren sind hervorragend regelbar; in Verbindung mit der dazugehörigen Regeleinheit SDC lässt sich ein zuverlässiger geregelter Betrieb vom Stillstand bis zu hohen Drehzahlen erzielen. Dabei überzeugt der Antrieb durch hervorragenden Rundlauf auch bei sehr kleinen Drehzahlen, und bei Laststößen und Drehzahlveränderungen wird eine hohe Dynamik erreicht.

Spitze in Sachen Energieeinsparung: Besser als IE3 

Die Sinochron-Motoren kommen bereits in unterschiedlichen industriellen Anwendungen zum Einsatz. Ein wesentliches Motiv vieler Anwender für den Einsatz dieser Motoren war ein Faktor, der bislang noch nicht erwähnt wurde: der geringe Energiebedarf. Die Antriebe sind in Wirkungsgradklasse IE3 klassifiziert, erreichen aber noch deutlich bessere Werte als IE3 fordert. Von daher sind sie garantiert eine zukunftssichere und betriebskostensparende Lösung: Wenn sie vorhandene ungeregelte Drehstromantriebe substituieren, können Energieeinspareffekte in der Größenordnung von 20 bis 35% erwartet werden.

Nicht nur Energie, sondern auch Platz sparen 

Mit diesem Eigenschaftsprofil eignen sich die Antriebe zum Antrieb z.B. von Pumpen und Lüftern, die im Dauerbetrieb arbeiten und somit unter die EG-Verordnung fallen. Die Substitution der Antriebe in vorhandenen Maschinen und Anlagen fällt leicht, weil keine zusätzlichen Bauteile wie Geber vorgesehen werden müssen. Und wenn die Antriebe in neuen Konstruktionen eingesetzt werden, profitiert der Anwender vom bis zu 30% kleineren Bauvolumen. Somit können Maschinen kompakter konstruiert werden.

Dieselben Pluspunkte gelten natürlich ebenso für Einsatzfälle, in denen zwar kein Dauerbetrieb nach Norm (S1) erreicht wird, bei denen die Antriebe aber über lange Zeitdauer im Einsatz sind. Hier summieren sich die Energiesparvorteile (fast) ebenso schnell, und in vielen dieser Anwendungen – z.B. in der Lagerlogistik – spielt auch die kompakte Bauform eine wesentliche Rolle bei der Auswahl der Antriebskomponenten. Hier kann der Sinochron-Motor also ebenso punkten.