Frank Wöhner, Wöhner GmbH.

Frank Wöhner, Wöhner GmbH.

LANDSBERG (ba). Mit technischen Spitzenleistungen gestaltet die Wöhner-Gruppe seit 80 Jahren die Zukunft der Energieverteilung und Steuerungstechnik. Geschäftsführer Frank Wöhner beschreibt für Produktion, welchen Herausforderungen sich sein Unternehmen in Zukunft stellt.

In welchem Marktumfeld bewegt sich Ihr Unternehmen?

Wir bedienen mit unserem Sortiment zwei Marktsegmente, die Steuer-, Mess- und Regeltechnik sowie die Energieverteilung. Während wir im Segment Steuer-Mess- und Regel-Technik lediglich einen ernst zu nehmenden Mitbewerber haben, sind es in der Energieverteilung mindestens zwanzig. Wöhner unterscheidet sich nachhaltig von seinen Wettbewerbern, vor allem anderen aber darin, dass wir Systeme anbieten und nicht nur Produkte.

Wie reagiert Ihr Unternehmen auf die dynamischen Anforderungen des Marktes?

Dynamische Märkte verlangen eine hohe Flexibilität aller Marktteilnehmer. Und Wöhner ist ex-trem flexibel. Wir pflegen engsten Kontakt zu unseren Kunden im jeweiligen Marktsegment. Veränderte Ansprüche an Produkte oder Prozesse werden so unmittelbar wahrgenommen. Mit unserer flachen Hierarchie und kurzen Entscheidungswegen reagieren wir sofort auf diese Veränderungen. Langfristige Trends erörtern wir in Strategiegesprächen mit Kunden und zusätzlich durch unseren Branchenmonitor, den wir im Abstand von zwei Jahren durchführen. Dabei fragen wir anonym die Kundenzufriedenheit, Markenbekanntheit oder Branchenbedürfnisse ab.

Welches sind die technischen Anforderungen an eine moderne Systemtechnik?

Kompakt, flexibel, montagefreundlich und vor allem sicher! Vor diesem Hintergrund haben wir mit dem System ‚CrossLink‘-Technology einen neuen Standard gesetzt, bei dem das Sammelschienensystem durch den ‚CrossLink‘-Adapter gegen zufälliges Berühren geschützt ist und sich die Komponenten variabel aufstecken lassen. Dabei kann der Anwender zusätzlich zwischen Komponenten für den IEC- oder UL-Markt wählen. Diese Systemtechnik interessiert zunehmend auch Hersteller anderer Produkte. Die ‚CrossLink‘-Technology als Plattform für unterschiedlichste Anwendungen wird somit zu einem Grundbaustein ähnlich der DIN-Tragschiene.

Wöhner befasst sich kontinuierlich mit Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Wie sieht das in der Praxis aus?

Wir befinden uns im permanenten Dialog mit unseren Kunden. Die daraus resultierenden Optimierungen oder neuen Anforderungen werden intern untersucht und bewertet. Zusätzlich entstehen in den eigenen Reihen natürlich Ideen und Visionen, die ihrerseits entsprechend beurteilt und analysiert werden. In Verbindung mit den Ergebnissen des Branchenmonitors entsteht so ein ziemlich genaues Bild von den Bedürfnissen, die wir erfüllen müssen. Das bildet die Grundlage für unsere F+E-Aktivitäten. Die Bedeutung dieses Verantwortungsbereiches ist für Wöhner extrem groß. Dies wird auch dadurch deutlich, dass wir einen Geschäftsführer explizit für Forschung und Entwicklung haben, was für ein Unternehmen unserer Größenordnung eher ungewöhnlich ist.

Thema Innovationen: Wohin geht es? Was sind die Trends der Zukunft?

Wöhner möchte die Sicherung noch sicherer machen. Das kann man bei uns seit längerem beobachten. Schaltbare Sicherungstechnik – bedienerunabhängig – fließt in immer mehr Produktgruppen beziehungsweise Systeme ein. Durchgängige Systemtechnik ist ebenfalls ein Schwerpunkt in unserem Unternehmen. So haben wir zuletzt die Produkte für die 40-mm-Sammelschienentechnik ersetzt und ein 60-mm-Sammelschienensystem mit dem Namen ‚Compact‘ eingeführt. Dies wird demnächst auch für das 185-mm-Sammelschienensystem ‚Power‘ folgen. Weitere Schwerpunkte sind die dezentrale Stromverteilung und Steuerung, die für uns ein wichtiges Thema ist, an dem wir mit Hochdruck arbeiten, sowie die sicherungslose Systemtechnik.

Wie sieht das systematische Qualitätsmanagement in Ihrem Unternehmen aus?

Aufgrund unserer durchgängigen Prozess- und Organisationsstruktur erzielen wir seit vielen Jahren ein erfolgreiches Zertifizierungsergebnis nach der DIN EN ISO 9001:2008. Die Auditoren bescheinigen uns ein sehr gut funktionierendes Qualitätsmanagement. Qualitätsmanagement bei Wöhner beinhaltet neben der Sicherstellung des hohen Qualitätsanspruchs auch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Wie viele unserer Kunden haben wir uns der Null-Fehler-Philosophie verschrieben. Dies kann uns nur gelingen, wenn wir systematisch an die Dinge herangehen und unsere Produkte unter dem Herstellbarkeitsaspekt betrachten. Das bedeutet, dass Qualität bei Wöhner in der Verantwortung eines jeden Mitarbeiters liegt.

Welche Herausforderungen wollen Sie als Geschäftsführer in der nahen Zukunft angehen?

Bei dieser Frage ergeben sich Begriffe wie Nachhaltigkeit, Ökologie und die Entwicklung und Verwendung alternativer Energien als entscheidende Themen für die Zukunft. Dies betrifft dann auch die unterschiedlichsten Bereiche des Unternehmens. Einerseits was die Entwicklung neuer Produkte angeht zum Beispiel für Photovoltaikanlagen, Windparks, Elektromobilität usw. Andererseits aber auch die effizientere Nutzung und die stetige Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen bis hin zum Einsatz alternativ gewonnener Energien. Unser Ziel liegt da-rin, nahezu vollständig den Energiebedarf am Stammsitz in Rödental durch erneuerbare Energie zu decken. Außerdem werden wir in den folgenden Jahren Produktionsstätten in China und Nordamerika errichten. Dort soll der Bedarf in der jeweiligen Region gedeckt werden.