Koichi Takamiya, Chairman und CEO Regional Head, Europe, der Yaskawa Europe GmbH will einen neuen

Koichi Takamiya, Chairman und CEO Regional Head, Europe, der Yaskawa Europe GmbH will einen neuen Markt schaffen, in dem Roboter und Mensch sich gegenseitig unterstützen.

von Annika Mentgen

LANDSBERG. Was sind die Auswirkungen des Zusammenschlusses von Motoman und Yaskawa für deutsche Kunden und Wettbewerber?

Der Zusammenschluss ermöglicht dem Kunden nun, eine breitere Produktpalette aus nur einer Hand zu erwerben. Die Synergien ermöglichen ein noch größeres Angebot von sehr fortschrittlichen Technologien und Lösungen. So sehen wir uns gegenüber dem Wettbewerb deutlich im Vorteil.

Welche Synergien ergeben sich für beide Firmen?

Durch den Zusammenschluss beläuft sich der Umsatz auf jährlich 200 Millionen Euro mit einem Gesamtkapital von 167 Millionen Euro und mehr als 1 000 Mitarbeitern. Die sich daraus ergebenden Betriebsressourcen beider Firmen können nun voll ausgeschöpft werden. Aus Sicht des Vertriebs werden die Möglichkeiten größer, den Motoman-Kunden Produkte aus dem Bereich Drives + Motion und den Yaskawa-Kunden Robotertechnik anzubieten. Aus technischer Sicht kann durch die enge Zusammenarbeit beider Firmen dem Kunden eine Lösung angeboten werden, die genau seinen Bedürfnissen entspricht.

Warum diese Umfirmierung zum jetzigen Zeitpunkt in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld?

Nach dem Lehman-Schock hat die Wirtschaftskrise ihren Tiefpunkt erreicht und zum gegenwärtigen Zeitpunkt beginnt die globale Wirtschaft sich zu erholen. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, die Stärken der beiden Marken in einem gemeinsamen Unternehmen zusammenzulegen.

Wie hat Motoman das Geschäftsjahr 2009 überstanden und wie wird sich Ihr Robotergeschäft im laufenden Jahr entwickeln?

Im Jahr 2009 kam es zu einem Investitionsstopp der Unternehmen aus der Automobilbranche, die bis zu diesem Zeitpunkt die wichtigsten Kunden der Firma waren. Aus diesem Grund begann man verstärkt, sich um Aufträge im Nicht-Automobilbereich zu bemühen – besonders im Handling – und konnte erste Erfolge erzielen. Auch in diesem Jahr ist es geplant, den Handling-Bereich der General Industry verstärkt zu erschließen. Die Wiederaufnahme von Investitionen in der Automobilbranche, vor allem in China, lässt auf Wachstum in diesem Segment hoffen.

In welchen Branchen sehen Sie aktuell gutes Entwicklungspotenzial?

Insgesamt gesehen ziehen die Schweiß- und Handlings-Roboter für die Automobilindustrie in Asien und den weiteren aufstrebenden Märkten an. In Europa werden Entwicklungen im Bereich allgemeiner oder spezifischer Handlings-Roboter erwartet, da es hier sehr viele Systemintegratoren gibt, die wiederum einen großen Markt bedienen.

Wie sieht die künftige Marschrichtung von Motoman aus?

Yaskawa sieht seine zukünftigen Geschäftsfelder nicht nur im Bereich konventioneller Roboteranwendungen, bei denen relativ einfache Aufgaben erledigt werden. Viel mehr sehen wir neue Anwendungsbereiche, in denen heute noch gar keine Roboter eingesetzt werden. Eine unserer Visionen ist der Assistenz-Roboter. Das heißt, wir möchten auch in nicht industriellen Bereichen wachsen, indem wir flexible Roboter anbieten, so wie unseren neu entwickelten Zweiarmroboter. Wir möchten einen neuen Markt schaffen, in dem sich Menschen und Roboter gegenseitig ergänzen und/oder unterstützen.