Getriebeloses Antriebssystem von Siemens bei Prosper-Haniel. (Bild: Siemens)

Getriebeloses Antriebssystem von Siemens bei Prosper-Haniel. (Bild: Siemens)

ERLANGEN (pd). Endkunde ist der Kupferproduzent Xstrata Copper. Erstmals außerhalb Deutschlands kommen dabei getriebelose Bandantriebe zum Einsatz. Diese zeichnen sich gegenüber herkömmlichen Antriebslösungen durch einen besseren Wirkungsgrad, eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sowie einen geringeren Wartungsbedarf aus. Die Inbetriebnahme der Bandförderanlage ist für 2012 vorgesehen.

Die Bandanlage in der Xstrata-Kupfermine Antapaccay wird von Thyssen Krupp geliefert und soll Erz über eine Entfernung von rund 6,5 Kilometer von der Mine zur Aufbereitungsanlage transportieren. Bei einer Gurtbreite von 1.372 Millimetern und einer Bandgeschwindigkeit von 6,2 Meter pro Sekunde können in einer Stunde etwa 5260 Tonnen Material transportiert werden.

Das Siemens-Antriebssystem für die Bandanlage besteht aus zwei langsam laufenden Synchronmotoren mit einer Gesamtleistung von je 3800 Kilowatt und den zugehörigen Direktumrichtern Sinamics SL150. Im Vergleich zu der sonst bei Bandförderanlagen eingesetzten Kombination aus hochdrehendem Motor und Getriebe bietet diese getriebelose Antriebslösung eine Reihe von Vorteilen. Die Motorgröße wird nicht durch die Verfügbarkeit der Getriebegröße begrenzt, so dass gegebenenfalls auf Mehrmotorenantriebe verzichtet werden kann. Die erforderliche Bandantriebsleistung kann mit einem Antrieb pro Gurttrommel bereit gestellt werden. Damit kann auch das Schalthaus kleiner ausgelegt und Platz und Gewicht gespart werden. Durch den Wegfall einer Reihe mechanischer und elektrischer Komponenten wächst die Zuverlässigkeit und der Wirkungsgrad des Gesamtsystems und steigt um 3 bis 4 %. Der Wartungsbedarf des Antriebssystems sinkt deutlich: Allein Getriebewartungsarbeiten können jährlich bis zu 5 % deren ursprünglichen Investitionsvolumens ausmachen. Schmier- und Kühlmittelsysteme und deren Wartung werden ebenso überflüssig.

Das getriebelose Antriebssystem für die Bandförderanlage in der Mine Antapaccay ist das zweite seiner Art und das erste außerhalb Deutschlands. Die erste Bandanlage mit getriebelosen Antrieben wurde bereits 1986 von Siemens und ThyssenKrupp (vormals O&K) in der Zeche Prosper-Haniel der Deutsche Steinkohle AG installiert und erreicht eine Verfügbarkeit von mehr als 98 %.

Xstrata Copper, ansässig im australischen Brisbane, ist Teil der Xstrata plc. und betreibt Minen sowie Produktionsanlagen in Argentinien, Australien, Chile, Kanada und Peru. Das Unternehmen ist der viertgrößte Kupfererzeuger der Welt und verfügt über eine Produktionskapazität von knapp einer Million Tonnen pro Jahr. Die Kupfermine Antapaccay im Süden Perus ist das jüngste Projekt von Xstrata. Ab 2012 sollen jährlich rund 160000 Tonnen Kupferkonzentrat produziert werden. Siemens hatte bereits 2008 den Auftrag erhalten, die elektrische Ausrüstung für drei Erzmühlen der Mine zu liefern, die gleichfalls getriebelose Antriebssysteme erhalten.