Erhöhter Maschinenschutz durch Online-Überwachung von Industriegetrieben.

Erhöhter Maschinenschutz durch Online-Überwachung von Industriegetrieben.

HERZOGENRATH (pd). Durch die Kombination von Öl- und Schwingungsüberwachung können Schäden an großen Industriegetrieben zu einem sehr frühen Zeitpunkt erkannt und deren Entstehungsort innerhalb des Aggregates präzise bestimmt werden. Anlagenbetreiber erhalten einen noch umfassenderen Getriebeschutz, der es ermöglicht, ungeplante Ausfälle zu vermeiden und Instandhaltungskosten zu minimieren.

Stark belastete Industriegetriebe stellen hohe Anforderungen an die Instandhaltung, da ihre reibungslose Funktion häufig entscheidend für die Gesamtverfügbarkeit der Anlage ist. Kommt es zum Schaden an solch einem Getriebe, drohen neben Reparaturkosten häufig auch Produktionsausfallzeiten und -kosten sowie Folgeschäden.

Eine Methode zur Fehlerdiagnose ist die Schwingungsüberwachung. Bei diesem Verfahren werden Sensoren an der zu überwachenden Maschine montiert. Diese kontrollieren das Schwingungsverhalten der Maschine und deren Komponenten, wie z.B. Wälzlager oder Zahnräder. Auf Basis von Veränderungen im Laufverhalten können Schäden im Anfangsstadium erkannt und Wartungsmaßnahmen eingeleitet werden, bevor es zu einem Ausfall kommt. Eine ideale Ergänzung zur Schwingungsüberwachung bildet die Ölanalyse. Mit ihr lassen sich an manchen Getriebearten, wie z.B. Planetengetrieben in Windkraftanlagen, beginnende Schäden früher detektieren als durch Schwingungsüberwachung.

Daher hat F’IS ihr Angebot an Online-Zustandsüberwachungslösungen um den FAG Wear Debris Monitor erweitert. Der neue Ölsensor kann mit geringem Aufwand in den Nebenstrom vor den Filter des Ölkreislaufes von Getrieben installiert oder als separater Kreislauf ausgelegt werden. Seine Funktionsweise basiert auf der Tatsache, dass sich Verschleißerscheinungen an Komponenten wie Lagern oder Zahnrädern bereits Monate vor einem drohenden Ausfall in Form von Metallabrieb äußern. Die Abriebpartikel sind im Öl deutlich erkennbar. Der FAG Wear Debris Monitor unterscheidet Eisen- und Nichteisenmetalle, überwacht die Partikelanzahl im Öl und klassifiziert die Partikel nach Größe und Material. Damit ist er in der Lage, einen Schaden bereits im Frühstadium aufzudecken.

Ein weiteres Novum ist die einfache Einbindung des FAG Wear Debris Monitors in bereits bestehende FAG Online-Zustandsüberwachungssysteme. Diese Integrationsfähigkeit erlaubt den Zuschnitt und die Nachrüstung des Systems je nach Anforderungen des Kunden.

Die Verknüpfung von Ölpartikel- und Schwingungsüberwachung ermöglicht eine sehr frühe Schadenserkennung und Charakterisierung in Kombination mit einer präzisen Lokalisierung des Entstehungsortes innerhalb des Getriebes. Beide Messverfahren zusammen ergänzen sich zu einem einheitlichen Ganzen.

Nach Erkennung des Schadens bedarf es einer professionellen Schadensanalyse zur Ermittlung der Ursachen. Die Ableitung ursachenorientierter Handlungsempfehlungen hilft zudem, der künftigen Entstehung eines solchen Schadens entgegenzuwirken. F’IS verfügt über ein großes Portfolio an Analysemethoden, die je nach Bedarf an dieser Stelle zum Einsatz kommen. So ist es z.B. mithilfe der Endoskopie möglich, den Schadensumfang und das -ausmaß zu bestimmen. Hierzu wird mit digitalen, optischen Endoskopen das Innere der Maschine inspiziert. Die Aufnahmen (Fotos und Videos) sind Basis für die anschließende Diagnose der F’IS-Experten.

„Der kombinierte Einsatz von FAG Öl- und Schwingungsüberwachungsprodukten sowie F’IS Dienstleistungen stellt eine effektive und wirtschaftliche Möglichkeit dar, den Maschinenschutz ölumlaufgeschmierter Getriebe zu erhöhen. Durch die frühe Erkennung von Schäden und die vielseitigen Analysemöglichkeiten wird die Betriebssicherheit von Getrieben erhöht und die Gesamtproduktivität dauerhaft gesteigert“, so Christian Meindl, Produktmanager F’IS Oil Monitoring Products.

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