Innovative Netze spinnen 1

Auf der Fachmesse SPS/IPC/DRIVES zeigen zahlreiche Innovationen, was Netzwerktechnologien, als ‘Rückgrat der Produktion’, leisten können.

Sabine Spinnarke

Moderne Produktionsmaschinen und -anlagen werden heute von dezentralen und vernetzten IT-Komponenten gesteuert und mit intelligenten konfigurierbaren Sensoren, Aktoren und Bediengeräten vernetzt. Die dazu eingesetzten Technologien werden immer umfangreicher und komplexer. „Für den Zeitraum 2007 bis 2013 weisen alle Ethernet-basierten Systeme für die Industrie zusammen eine durchschnittliche Wachstumsrate von 16,2 Prozent auf“, berichtet Jochen Koch, Siemens, Industrial Communication, in seinem Vortrag über industrielles Netzwerkmanagement auf dem die Messe begleitendem Kongress.

Netzwerkmanagement

Inklusive Subnetze der Klassen A und B kann so ein Netz aus bis zu 16 777 214 Hosts bestehen. Das macht den Einsatz eines Netzwerkmanagementsystems heute unabdingbar. „Netzwerkverantwortliche müssen erkennen, dass industrielle Netzwerke auch ein industrielles Netzwerkmanagement benötigen“, betont Koch.

Standardisierung

Zahlreiche Anbieter versuchen ihre Kommunikationssysteme zu etablieren, und dabei auch die Verkabelung zu definieren. Das führt  beim Anschluss der Komponenten zu einem erhöhten Risiko von Fehlerquellen wie z.B. fehlenden Abschlusswiderständen, falscher Implementierung des Potentialausgleichs und die Verwendung unzureichender Komponenten für die Umweltbedingungen. „Es ist naheliegend, unter Führung der IEC bei der Standardisierung von industriellen Kommunikationssystem zugleich auch ihre Verkabelung zu normen“, sagt Bernd Horrmeyer, Phoenix Contact. Mit den passiven Kommunikationsprofilen der Normenserie IEC 61784-5-x existiert seiner Meinung nach ein leistungsfähiges Werkzeug. „Mit Cat6A-Komponenten und einer industriegerechten Schirmung lassen sich hochwertige Verkabelungen als essentielle Voraussetzung für die zuverlässige Funktion des Kommunikationssystems errichten“, so Horrmeyer.

Wiederverwendbarkeit

Geräte, die mit anderen Geräten über ein Netzwerk kommunizieren, müssen konfiguriert werden. Unterschiedliche Werkzeuge zur Konfiguration und Programmierung kommen dabei zum Einsatz, berichtet Dipl.-Ing. Gerhard Buch von Schneider Electric in seinem Vortrag. Um hohe Engeneering-Kosten zu sparen, plädiert Buch für den Einsatz von wiederverwendbaren Lösungen. „Bei der Programmierung von Automationssoftware ist der Nutzen der Wiederverwendung unumstritten“, so Buch. Sinnvoll sei der Einsatz von Bibliotheken oder Bausteinen – ohne dabei aber den ganzheitlichen Blick, der Arbeitsmethodik, Organisation, Mitarbeiter und Werkzeuge umfasst, aus dem Auge zu verlieren. „So lassen sich beeindruckende Erfolge zur Verbesserung der Effizienz im Engineering erzielen“, sagt Buch.