Pepperl+Fuchs zielt auf die Marktführerschaft im Bereich Ultraschallsensorik; Geschäftsführer

Pepperl+Fuchs zielt auf die Marktführerschaft im Bereich Ultraschallsensorik; Geschäftsführer Dr.-Ing. Peter Adolphs erläutert seine Strategie (Bild: Pepperl+Fuchs).

Anfang letzten Jahres erwarb Pepperl+Fuchs das Näherungsschalter-Geschäft von Siemens. Die Umsätze in diesem Bereich sind bereits um gut ein Viertel gestiegen, berichtet Geschäftsführer Peter Adolphs.

von Sabine Spinnarke

Was sind die Hintergründe der Übernahme?
Die Firma Siemens war über lange Jahre ein wichtiger Player im Markt der industriellen Sensorik. Mit der Marke BERO hat man sogar im Bereich der Näherungsschalter einen herstellerübergreifenden Begriff etabliert, der vielerorts als Synonym für den induktiven Näherungsschalter gesehen wird. Ganz besonders attraktiv für uns als Erwerber war jedoch der Bereich der Ultraschallsensorik. Somit war das Siemens Portfolio eine ideale Abrundung unseres Produktangebots.

Warum hat Siemens diese Sparte zum Verkauf angeboten?
Siemens hat in den letzten Jahren verstärkt versucht, alle im Bereich der industriellen Automatisierung angebotenen Systeme und Komponenten unter die Überschrift „Totally Integrated Automation“ zu stellen und damit die einheitliche Integration in den Vordergrund gestellt. Beim binären Sensor steht die informationstechnische Integration in das Steuerungssystem aber bei weitem nicht so im Vordergrund wie die optimale mechanische Integration des Sensors in die Maschine oder Anlage. Insofern konnten die darauf spezialisierten Mittelständler aus der Sensorbranche deutlich schneller wachsen als der Geschäftsbereich innerhalb Siemens. Insofern war es aus unserer Sicht folgerichtig diesen Bereich zu verkaufen.

Wie hoch war das Investitionsvolumen für Pepperl+Fuchs?
Wie allgemein üblich bei solchen Transaktionen wurde über die Höhe des Kaufpreises Stillschweigen vereinbart.

Sind Ihre Umsätze in diesem Bereich durch den Zukauf gestiegen?
Der Umsatzzuwachs durch diesen Zukauf ist erheblich. Im Bereich der induktiven Näherungsschalter erwarten wir für das Geschäftsjahr 2011 eine Ausweitung des Geschäfts von circa zwanzig Prozent, der nicht unwesentlich auf diesen Zukauf zurückzuführen ist. Im Bereich der Ultraschallsensorik ist dieses Wachstums selbstverständlich sehr viel größer. Sowohl Siemens als auch Pepperl+Fuchs hatten vorher mit ihren Portfolios schon eine sehr führende Position am Markt. In der Summe dürfte diese Produktgruppe in naher Zukunft mehr als 40 Millionen Euro Umsatz einspielen.

Welche Bestandteile des übernommenen Bereichs sind für Pepperl+Fuchs interessant?
Im Grund genommen war dieser Zukauf mit allen Bestandteilen hochinteressant für uns. Mit dem deutlichen Volumenzuwachs sind erhebliche Skaleneffekte in Beschaffung und Produktion verbunden.

Wie gestaltet sich in Deutschland der Markt für Ultraschall-Sensorik?
Schon in der Vergangenheit waren die Firmen Siemens und Pepperl+Fuchs die größten Anbieter in diesem Nischensegment. Darüber hinaus gibt es einige kleinere Spezialisten für die Ultraschall-Sensorik und eine Vielzahl von Vollsortimentern, die Ultraschall lediglich als Abrundung ihres Portfolios betrachten. Viele von diesen Wettbewerbern  entwickeln und fertigen die Geräte nicht einmal selber, sondern beziehen diese im Brandlabel. Insofern sehen wir uns hier schon in einer klar führenden Rolle und werden diese auch durch verstärkte Investitionen in innovative Produkte verteidigen.

Vita Dr. Peter Adolphs

  • Doktor-Ingenieur
  • geboren am 21. August 1963 in Waldbröl
  • Adolphs leitete von 1993 bis 1997 die Entwicklung Fabrikautomation bei Pepperl+Fuchs
  • und ist seit 2000 einer der drei Geschäftsführer des Sensorik-Herstellers Pepperl+Fuchs