"Wir setzen 2012 weiter auf Zukunft mit technischen Highlights und Neuinvestitionen von rund 200 Millionen Euro weltweit", sagt Rittal-Inhaber und ZVEI-Präsident Friedhelm Loh.

Als ZVEI-Präsident bewertet Friedhelm Loh die Konjunkturaussichten mit gut bis befriedigend; als Inhaber Rittals rät er, künftig mit extremen Konjunkturschwankungen zu rechnen.

Friedhelm Loh: „Das konjunkturelle Tempo ist zwar spürbar langsamer geworden. Dennoch ist es nicht so kritisch wie es in den Medien dargestellt wird. Deswegen bewerten wir die Konjunkturaussichten mit 2-3. Die viel zu hohen Staatsschulden in Europa sind nicht über Nacht entstanden, sondern haben sich über Jahre hinweg aufgetürmt. Entsprechend wird es auch lange dauern, bis sie auf ein wieder unzweifelhaft tragfähiges Niveau reduziert werden. Gleiches gilt für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit. Sie hat sich in den europäischen Südländern in den letzten zehn bis 15 Jahren sukzessive verschlechtert, und auch hier wird es geraume Zeit beanspruchen, um die Entwicklung umzukehren.

Im Fokus von Rittal steht das weitere internationale Wachstum. Ein Schwerpunkt 2012 liegt dabei auf Wachstumsregionen wie Brasilien, Russland, China und Indien. Außerdem werden wir unsere Plattform „Rittal – Das System“ als Weltstandard der Gehäusetechnik, der Klimatisierung, der Stromverteilung und der IT-Infrastruktur permanent weiterentwickeln.

Erhebliches Potenzial gibt es speziell bei der besseren Integration im Gesamtsystem. Bereits für die ersten Frühjahrsmessen stehen Innovationen auf dem Rittal-Programm, z.B. mit integrativen Kühlsystemen und neuen Schranksystemen. Darüber hinaus wird die Energieeffizienz weiterhin technologisches Trendthema sein.

Spätestens seit der Krise 2009 ist klar, dass die Ausschläge der wirtschaftlichen Entwicklung tendenziell größer werden. Dies verlangt den Unternehmen eine immer größere Flexibilität ab. Rittal hat die Krise genutzt und daraus gelernt. Heute sind wir besser aufgestellt, um schneller auf Konjunkturschwankungen zu reagieren. Dafür haben wir unsere Prozesse optimiert und unser Produktportfolio in die Tiefe deutlich weiterentwickelt. ‚Schneller, besser, überall‘ – dieses Erfolgskonzept für das Produktprogramm ‚Rittal – Das System‘ haben wir uns auch in Sachen Fertigung auf die Fahnen geschrieben. Im Fokus steht beispielsweise die umfassende Neuausrichtung der Montagelinien für die Fertigung von Großschaltschränken im Werk Rittershausen. Ab 2012 wird dort auch das neue Einzel-Schaltschranksystem SE 8 in der komplett neuen Produktionslinie mit einem hochmodernen Fertigungsverfahren hergestellt. Wir setzen 2012 weiter auf Zukunft mit technischen Highlights und Neuinvestitionen von rund 200 Millionen Euro weltweit.”