Kuka: Die Augsburger geben Gas 1

von Annika Mentgen

AUGSBURG. „Das erste Quartal ist sehr zufriedenstellend verlaufen“, sagte CEO Dr. Till Reuter, der jüngst in seiner Funktion bis Ende des Jahres 2013 bestätigt wurde. Der Anstieg des Auftragseingangs sei der erste seit Beginn der Wirtschaftskrise. Und dieser fällt laut Unternehmensangaben mit 23,4 % auch noch deutlich höher aus als der des Branchendurchschnitts. Dieser lag laut VDMA bei 14 %.

Beide Geschäftsbereiche, Robotics und Systems, konnten zu diesem erfreulichen Ergebnis beitragen. Die Roboter-Sparte verbucht für das erste Quartal 2010 einen Anstieg des Auftragseingangs um 27,3 % auf 114,7 Mio Euro (2009: 90,1 Mio). Im Bereich Systems freute man sich über 24,7 % mehr Aufträge und einen Wert in Höhe von 161,6 Mio Euro (2009: 129,6 Mio).

Zu verdanken ist diese Entwicklung besonders der Belebung innerhalb der Automobilindustrie. Im Roboter-Bereich stiegen die Aufträge allein aus der Auto-Branche um 87,1 % auf 50,9 Mio Euro (2009: 27,2 Mio). Auch die Systems-Sparte erhielt größere Aufträge der Automobilisten zur Herstellung von Anlagen für den Karosserierohbau und von Werkzeugen für die Außenhaut und Strukturteile in Deutschland und Asien. Die Umsatzerlöse des Konzerns beliefen sich im ersten Quartal 2010 auf 209,1 Mio Euro, was einem Minus von 7,9 % entspricht. Auf die einzelnen Geschäftsbereiche runtergebrochen bedeutet das -10,8 % für die Roboter- und -1,9 % für die Systems-Sparte.

„Um auf dem Pfad profitablen Wachstums voranzukommen und den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern, sehen wir für unsere weitere Arbeit im Vorstand drei wesentliche Zielrichtungen“, erklärte Reuter heute bei der Verkündung der Quartalszahlen. Diese sind der weitere Ausbau der Innovations- und Technologieführerschaft. Durch den Aufbau der neuen Sparte „Advanced Robotics“ will Kuka roboterbasierte Zukunftsthemen der Automatisierung erschließen und wichtige Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für neue Anwendungen in Angriff nehmen. Außerdem soll das Geschäft mit der General Industry ausgebaut werden; ein Anteil von 50 % soll mittelfristig realisiert werden. Außerdem soll das Geschäft in den BRIC-Staaten (Anm. der Redaktion: Brasilien, Russland, Indien, China) ausgebaut werden. Das laufende Kostensenkungsprogramm soll auch 2010 konsequent fortgeführt werden. Die wiederkehrende Kostensenkungen sollen auf insgesamt 65 bis 70 Mio Euro steigen und seien mit entsprechenden Maßnahmen unterlegt. Im Fokus steht laut Kuka für 2010 die Senkung der Materialkosten.

Nach dem ersten Quartal 2010 liegt das EBIT des Konzerns aktuell bei -1,9 Mio Euro. Für das Gesamtjahr 2010 rechnen die Augsburger mit einem Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich.