Für Kuka Systems ist der Großauftrag mit einem Investitionsvolumen im deutlich zweistelligen

Für Kuka Systems ist der Großauftrag mit einem Investitionsvolumen im deutlich zweistelligen Millionenbereich ein wichtiger “Durchbruch” für den Bereich “Industrial Solutions” (Bild: Kuka Systems).

Von Annika Mentgen

AUGSBURG. Mit den schlüsselfertigen Schweißlinien von Kuka Systems will der russische Kunde TVSZ vier verschiedene Eisenbahnwaggontypen produzieren. Jährlich sollen rund 10.000 Waggons das russische Werk verlassen.

Die Schweißlinien messen jeweils circa 160 mal 15 Meter. Es werden Seiten- und Stirnwände sowie Langträger geschweißt. Laut Kuka werden großflächige Teile schutzgasgeschweißt; Einzelteile jedoch mit der Unterpulver-Schweißtechnologie. Das Besondere: die Zusammenführung von Robotertechnik und Unterpulverschweißen. “Diese Kombination hat es so noch nie gegeben”, erklärt Projektleiter Günter Zott. Das Unterpulverscheißen eigne sich besonders für Blechstärken zwischen 2 und 100 mm.

Insgesamt kommen in der Anlage 70 Roboter zum Einsatz; beim Ausschweißen der Seitenwände schweißen sogar 12 Roboter gleichzeitig und beidseitig eine 150 m lange Schweißnaht. Die Zeit, die sie dazu benötigen: gerade einmal 30 Minuten.

Investitionsvolumen im deutlich zweistelligen Millionenbereich

Die Schweißlinien werden aktuell in Augsburg vormontiert; diese Woche startet die erste von zehn Abnahmen durch den russischen Kunden. Die Augsburger sind zuversichtlich, dass die letzten Teile der Anlage in spätestens zwei Monaten die eigenen Produktionshallen in Richtung Russland verlassen haben. TVSZ baut in Russland aktuell ein neues Werk zur Waggonherstellung. Dieses soll Mitte 2011 in Betrieb genommen werden. Die Fertigungstiefe soll sehr hoch sein: von der eigenen Gießerei über die automatisierten Schweißlinien der Augsburger bis hin zum eigenen Kraftwerk.

Für Kuka Systems ist dieser Großauftrag mit einem Investitionsvolumen im deutlich zweistelligen Millionenbereich ein wichtiger “Durchbruch” für den Bereich “Industrial Solutions”. Know-how aus dem Automobilsektor sei in der neuen Anlage zum Tragen gekommen, man sehe im Schienenfahrzeugbau einen “Zukunftsmarkt mit wachsendem Bedarf sowohl im Personen(nah-) als auch im Güterverkehr.