Moderne Bildverarbeitung in der Produktion  1

Multifunktionale Talente – moderne Bildverarbeitungslösungen können immer mehr Aufgaben zeitgleich lösen.

Sabine Spinnarke

LANDSBERG. Bildverarbeitungstechnologien als wichtiger Automatisierungsfaktor sind weiter auf dem Vormasch – deutlich zu sehen auf der diesjährigen Vision. Der rasante Fortschritt innerhalb ihrer Basistechnologien ermöglicht viele neue Anwendungsmöglichkeiten.

Vier Basistechnologien

Von den Fortschritten in den Basistechnologien der Bildverarbeitung (BV), nämlich Imager (Bildsensor)/Microprozessor, Optik, Elektronik, Informatik profitiert die Querschnittstechnologie Bildverarbeitung. „Die Zeitspanne, in der heute beispielsweise neue Objektive berechnet und mit Hilfe der CNC-Technik hergestellt werden, hat sich enorm verkürzt“, berichtet Kamillo Weiss, Journalist und Bildverarbeitungsexperte. Die Grenze zwischen den Technologien verschwimmt, die Kombination der Technologien wird immer ausgefeilter und raffinierter. Vor wenigen Jahren noch wurden Komponenten, wie IBV-System, Kamera oder Vision-Sensor, getrennt eingesetzt, mittlerweile werden sämtliche Bestandteile kombiniert und in kleinste Bauräume integriert. „Heute ist es bereits möglich, die Bildvorverarbeitung direkt im Imager zu integrieren. In naher Zukunft wird die komplette BV zunehmend im Imager integriert, ohne einen zusätzlichen Prozessor einsetzen zu müssen“, so Weiss.

Software-Entwicklung

Die enormen Fortschritte in der BV-Software bewirken, dass sich andere Gewichtungen in der Fragestellung ergeben. Beispielsweise ist Geschwindigkeit und Auflösung nur ein Teilaspekt des Ganzen. „Entscheidend ist vielmehr, dass die genannten Basistechnologien und deren Leistungsfähigkeit in optimaler Weise aufeinander abgestimmt sind“, sagt der Experte. In der Identifikation beispielsweise ist nicht mehr nur das Lesen von Codes möglich, sondern zeitgleich können Etiketten erkannt, deren Position überprüft und die Farbe kontrolliert werden, ohne dass eine zusätzliche Kamera eingesetzt werden muss.

Bedienfreundlich

Für den Kunden wird die Bedienung seines Systems einfacher, die Anzahl der Schritte reduziert sich, und sein Bildverarbeitungssystem beansprucht immer weniger Platz innerhalb der Fertigungslinie. „Es geht vor allem darum, dass man die BV-Lösungen selbst von sehr anspruchsvollen Aufgabenstellungen in der praktischen Handhabung und Prozessintegration für den Kunden so einfach wie möglich gestaltet“, bestätigt Torsten Zöller, European Marketing Communication Manager, Cognex. Für den Anbieter von Bildverarbeitungslösungen bedeutet dies, dass seine Komponenten einen immer umfangreicheren Leistungsumfang umfassen müssen, das System anwendungsspezifisch optimal angepasst ist und das Ganze kundenseitig möglichst einfach zu installieren und zu bedienen – der Kunde möchte einen Produktwechsel eigenständig bewerkstelligen, ohne einen externen Systemintegrator hinzuziehen zu müssen. Ronny Walther, Produktmanager bei Vision & Control, einem Anbieter hochqualitativer Komponenten: „Eine einfache und intuitive Bedienung, wie vom PC gewöhnt, wird vom Kunden vorausgesetzt.“