Die neue Servo-Kniehebelpresse des Schuler Konzerns kombiniert die Präzision des Kniehebels mit der

Die neue Servo-Kniehebelpresse des Schuler Konzerns kombiniert die Präzision des Kniehebels mit der Ausbringungsleistung und Flexibilität der Servotechnik.

GÖPPINGEN (pd). Dank ihres charakteristischen Antriebs setzen deren Werkzeuge nahezu stoßfrei auf. So entstehen besonders präzise Bauteile. Zugleich sind die Werkzeugstandzeiten hoch. Jetzt haben die Pressenexperten aus dem Siegerland eine neue Modellreihe entwickelt, die die Präzision des Kniehebels mit der Ausbringungsleistung und Flexibilität der Servotechnik kombiniert. Den Prototyp der neuen Servo-Kniehebelpresse präsentiert das Unternehmen am 15. und 16. Juni 2010 im Rahmen einer Hausmesse in Netphen.

Seit Markteinführung der Servoantriebstechnologie im Jahr 2007 erschließt der Schuler Konzern systematisch neue Anwendungsbereiche. Die Vorteile des Antriebs liegen auf der Hand: Der sogenannte Weg-Zeit-Verlauf lässt sich individuell programmieren. Anwender profitieren von einer Anlage, deren Bewegungsablauf in jeder Hinsicht ideal ist. Pressen mit Servoantrieb sind nicht nur schneller; zugleich lässt sich mit ihnen die Umformung selbst hochpräzise steuern sowie an Material und Automatisierungsabläufe perfekt anpassen. Im Vergleich zu konventionellen Kniehebelpressen gibt es insgesamt weniger mechanische Komponenten im Antrieb. Die Anlagen sind dadurch deutlich wartungsfreundlicher.

Bewährte Komponenten im Einsatz

„Die Kombination von Kniehebelprinzip und Servomotor war der nächste logische Entwicklungsschritt. Zudem haben sich die Vorteile der Servo-Technologie von Schuler auch bei den Kunden herumgesprochen. Wir wurden gezielt nach einer entsprechenden Lösung gefragt“, erklärt Armin Schütz von Gräbener Pressensysteme. Bei der Neuentwicklung konnten die Experten von Gräbener Pressensysteme auf das gebündelte Servo-Know-how des Schuler Konzerns zurückgreifen: Sowohl die verwendete Steuerung als auch die Motoren haben sich in anderen Schuler-Pressentypen vielfach bewährt. „Aufgrund dieses enormen Startvorteils dauerte die Entwicklung nur ein dreiviertel Jahr“, so Armin Schütz. Auch bei den neuen Servo-Kniehebelpressen ist der für Schuler-Servopressen charakteristische Pendelbetrieb möglich. Hubhöhen können frei programmiert werden, eine aufwendige mechanische Hubverstellung entfällt.

Fünf Servo-Kniehebel-Modelle zur Auswahl

Mit der neuen MSK-Baureihe von Gräbener Pressensysteme stehen den Kunden fünf Servo-Kniehebelmodelle mit Presskräften zwischen 250 und 1.000 Tonnen zur Verfügung. Die Hubzahl variiert je nach Modell zwischen minimal drei und maximal 60 bis 160 Hüben pro Minute. Die Tischbreite beträgt zwischen zwei und 3,5 Metern, die Tischtiefe zwischen einem und 1,5 Metern.

Von den servo-typischen Vorteilen profitieren alle fünf Modelle. Zunächst besticht der Faktor Ausbringung: Im Vergleich zu konventionellen Kniehebelpressen steigt diese sehr deutlich an. Dies hängt vor allem mit der perfekten Synchronisierung des gesamten Produktionsablaufes zusammen. Armin Schütz: „Der frei programmierbare Servoantrieb lässt sich optimal an die Bedingungen der Pressenperipherie anpassen. Wir steuern die Bewegungskurve des Stößels exakt so, dass die Leistungsfähigkeit von Bandvorschub oder Transfergerät ideal mit der Presse harmoniert. Auch der Transportprozess innerhalb einer Transferpresse ist mit Servoantrieben in jeder Hinsicht optimierbar. Das sorgt am Ende für die maximale Ausbringung des Systems.“

Für hochfeste Stähle bestens geeignet

Zudem lässt sich die eigentliche Umformung auf einer Servo-Kniehebelpresse besser kontrollieren. Der Bewegungsablauf der Anlage wird optimal an Materialbeschaffenheit und die jeweilige Umformaufgabe angepasst. „Qualität und Präzision der zu fertigenden Teile nehmen so zu. Zugleich werden die Werkzeuge geschont“, erklärt Armin Schütz. Die Einsatzmöglichkeiten der Servo-Kniehebel-Kombination sind vielfältig: Hochpräzise Teile wie Zylinderkopfdichtungen, Ölfilterdeckel, Strukturteile der Karosserie oder Träger von Schwerlastrollen entstehen so zu geringen Teilekosten. Auch Präge-, Loch-, Kalibrier- und Stanz-Operationen sind allesamt möglich. „Die Pressen eignen sich zum Beispiel auch bestens zur Verarbeitung von hochfesten Stählen“, ergänzt Armin Schütz.

www.schulergroup.com