Das Schleusendesign des ausgebauten Panama-Kanals unterstützt einen Ressourcen schonenden Betrieb.

Das Schleusendesign des ausgebauten Panama-Kanals unterstützt einen Ressourcen schonenden Betrieb. (Bild: Bosch Rexroth AG)

Lohr am Main (rm). Der Umbau umfasst auch zwei neue Schleusen zu den beiden Ozeanen mit je drei Schleusenkammern, durch die wesentlich größere Schiffe als bisher den Kanal passieren können. Die Lösungen von Bosch Rexroth sollen durch eine Verfügbarkeit von 99,99 % den reibungslosten Verkehr auf einer der weltweit meist befahrenen Wasserstraßen gewährleisten helfen.

Obwohl diese neuen Schleusen deutlich größer ausfallen, verbrauchen sie weniger Frischwasser als die bisherige Technik und entlasten so den regionalen Wasserhaushalt. Mit dem Ausbau können künftig auch bis zu 366 m lange und 49 m breite Schiffe Reisezeit, Kosten und CO2-Emissionen einsparen.

Die für den Stahlbau der Rollschütze zuständige südkoreanische Werft Hyundai Samho Heavy Industries (HSHI) beauftragte Bosch Rexroth mit der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme von 158 anwendungsspezifischen Hydraulikaggregaten und Antriebszylindern für den Betrieb der Wasser regulierenden Rollschütze.

Das Schleusendesign setzt dabei auf den Ressourcen schonenden Betrieb. Jede Schleusenkammer ist über kommunizierende Röhren mit je drei Wassersparbecken verbunden. Zum Anheben der Schiffe öffnen die Rexroth-Antriebe die entsprechenden Zuleitungen und das Wasser aus den Sparbecken füllt per Schwerkraft die Schleusenkammer.

Anders als bei der bisherigen Technik fließt das Wasser nach dem Schleusenvorgang in die Becken zurück. Lediglich 40 % der für eine Schleusung notwendigen Wassermenge kommen aus dem künstlich angelegten Gatunsee. Die bestehenden Schleusen dagegen entnehmen die gesamte Wassermenge aus dem See und leiten sie anschließend komplett ins Meer ab. So senkt der Ausbau trotz wesentlich größerer Schleusenkammern den Frischwasserverbrauch gegenüber den bestehenden Schleusen um 7 % und entlastet damit den regionalen Wasserhaushalt nachhaltig.

Die Anwendung stellt laut Rexroth hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Automatisierungslösung: Auf 100.000 Betriebsstunden – das entspricht mehr als 11,5 Jahren Rund-um-die-Uhr-Betrieb – dürfen die Ausfallzeiten insgesamt nur weniger als 4 h betragen.

Rexroth konnte bei der Ausschreibung auf Erfahrungen mit Großprojekten rund um den Stahlwasserbau und die Bündelung verweisen. Beim Panama-Projekt koordinieren Spezialisten des Antriebs- und Steuerungsspezialisten Kompetenzen und Fertigungskapazitäten aus Deutschland, den Niederlanden, China, Südkorea und den USA.