MÜNCHEN (DJ/ilk). Der Bereich Siemens Electronics Assembly Systems (SEAS) wird an das in Hongkong ansässige Unternehmen ASM Pacific Technology (ASMPT) verkauft, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Der Käufer ist eine Tochter der niederländischen ASM, einem Ausrüster der Halbleiter- und LED-Industrie. Wettbewerbsbehörden und ASMPT-Aktionäre müssen dem Kauf noch zustimmen, hieß es von Siemens.

Bereits 2008 hatte Siemens das Verlust bringende Geschäft für einen Verkauf ausgegliedert. Seither wurden rund 900 Stellen abgebaut. Derzeit beschäftigt SEAS weltweit laut Siemens noch rund 1200 Mitarbeiter, davon etwa 630 in München. Der Käufer hat nun laut Siemens weitgehende Standort- und Beschäftigungszusagen gemacht. München solle dabei wichtigster Standort für Produktion, Tests und Forschung bleiben. ASMPT werde das Geschäft mit Bestückungsautomaten als eigenständige Einheit in den Konzern integrieren, hieß es von Siemens. Das Unternehmen aus Hongkong wolle zudem langfristig seine gesamte europäische Forschung in München konzentrieren.

Einer Mitteilung des Käufers an die Börse in Hongkong ist zu entnehmen, dass Siemens der Verkauf 29 Mio Euro kosten wird. Der Käufer unterstützt das übernommene Geschäft mit einer revolvierenden Kreditlinie über 20 Mio Euro und einer Sicherheitserklärung in Höhe von 120 Mio Euro, die sechs Jahre lang gilt. Zudem erhält SEAS einen Shareholder-Kredit vom Käufer über 20 Mio Euro.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr von Siemens (30. September) brachte der nun verkaufte Bereich einen Verlust nach Steuern von 151,7 Mio Euro ein und erlöste Umsätze von 190,7 Mio Euro. “Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäfts war in den ersten drei Quartalen 2009/10 besser als 2008/09″, sagte ein Siemens-Sprecher zum Verkauf. Der Verlust habe im dritten Quartal nur noch 4 Mio Euro betragen, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erreichte er 25 Mio Euro.