Der Branchenumsatz der Robotik + Automation soll 2011 laut Meinung der Verbandsexperten vom VDMA um

Der Branchenumsatz der Robotik + Automation soll 2011 laut Meinung der Verbandsexperten vom VDMA um circa 18 % wachsen. (Bild: Kuka)

von Ulrich Schamari

FRANKFURT (mg). „In der Tat ist es so, dass wir hinsichtlich der Roboterkomponenten keine reinen Monopolstrukturen haben“, betonte Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer der Reis Group Holding und Vorsitzender des VDMA R+A. Es existiere hier ein Oligopol, das zwar regional betrachtet einige monopolartige Züge habe, aber es gebe doch ausreichend Alternativen für das Sourcing.

Natürlich würden Überlegungen angestellt, wie der Monopolstruktur entgegenzuwirken sei. Dann stelle sich aber das Problem steigender Mengenkosten, und deshalb sei kurzfristig eine Veränderung der Lieferantenstruktur keine Option, auch wenn die aktuellen Produktionsausfälle in Japan mögliche Risiken aufzeigten.

Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des Fachverbands, ergänzte unter technischen Aspekten: „Es funktioniert schon deshalb nicht kurzfristig, weil natürlich jeder Hersteller seine Maschinen ausoptimiert und ausentwickelt hat und die Zusammenhänge bis hin zu den Flanschbildern der einzelnen Achsbaugruppen ausgereizt sind.“ Um kurzfristige Schwankungen auszugleichen, wie sie jetzt in der Lieferkette drohen, hätten viele Unternehmen ihre Lager über den normalen Bestand hinaus mit Komponenten aufgefüllt.

Auch ansonsten haben die Hersteller von Robotik und Automation erfolgreich gewirtschaftet. Im vergangenen Jahr konnten sie mit einem Umsatzwachstum von 21% auf 7,5 Mrd Euro deutlich zulegen. „Damit stieg der Umsatz wieder auf das Niveau des Jahres 2006, nachdem uns die Krise im Jahr 2009 auf das Umsatzniveau des Jahres 2002 zurückgeworfen hatte“, freute sich Verbandschef Wenzel.

Für das laufende Jahr sieht er nicht nur in den wichtigsten Exportmärkten China, Südkorea und ASEAN, sondern auch im Inland ein großes Potenzial für weitere Umsatzsteigerungen. Da die Auftragseingänge nach wie vor zulegen, verkündete Wenzel: „Für 2011 prognostizieren wir vor diesem Hintergrund ein weiteres Umsatzwachstum um 18 Prozent auf 8,9 Mrd Euro – was schon nahe an das Ergebnis unseres Rekordjahres 2008 heranreicht.“

Als Treiber des Geschäftserfolgs sieht Wenzel die Innovationen der Branche. Robotik und Automation seien nicht nur selbst energieeffizient, sondern würden auch grünen Technologien zum Durchbruch verhelfen. „Durch die Optimierung der Produktionsprozesse lassen sich neuartige Technologien wirtschaftlich in großen Stückzahlen herstellen“, erklärte er.

Zusätzlichen Rückenwind erhalte die Branche durch neue Anwendungsfelder und damit Märkte. Nicht nur in der Industrieproduktion, sondern auch im Automobil, in der Arztpraxis, in der Landwirtschaft und im Fußballstadion sowie in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens leisteten Roboter, Handhabungstechnik und Bildverarbeitung wertvolle Dienste