Alle Funktionalitäten bis auf Not-Aus und Zustimmtaster werden beim ‚reisPAD‘ über den

Alle Funktionalitäten bis auf Not-Aus und Zustimmtaster werden beim ‚reisPAD‘ über den Touch-Screen aktiviert. Das ‚Touchcontrolled HMI‘ ist laut Hersteller Reis eine Weltneuheit in der Robotik (Bilder: Reis Robotics).

OBERNBURG (mg). Der Programmierer arbeitet jetzt nur noch mit einer Bedienoberfläche ohne mechanische und elektrische Bedienelemente, so Reis Robotics. Intuitive Bedienung werde durch wegweisende, haptische Elemente am Bildschirmrand möglich. Das ‚Touchcontrolled HMI‘ sei eine Weltneuheit in der Robotik.

Ein großes kratzfestes 10,4“-Multi-Touch-Display, geringes Gewicht, ‚BalancedUse‘ für rechts-/links- Bedienung, ‚sharePAD‘ zur Nutzung für beliebig viele Roboter und ‚wireless-TEACH‘ sind weitere Highlights des reisPAD. Alle Funktionalitäten bis auf Not-Aus und Zustimmungstaster sind über den Touch-Screen zu aktivieren. Weiterhin kann die Bedienoberfläche aufgaben- und anlagenspezifisch sowie auf den persönlichen Bedarf angepasst werden. Gleichzeitig garantiert Reis durch die Kommunikation mit dem lange bewährten ‚reisSafetyController‘ stets eine sichere Funktion der Anlage.

Das System ist wartungsarm und äußerst betriebssicher, so der Hersteller. Der erzielte Platzgewinn ermöglicht ein großes farbiges Touchdisplay mit 10,4“ Diagonale bei gleichzeitig geringem Gewicht. „Mit dem reisPAD stellen wir eine Innovation im Bereich Roboter-Programmierung und Bedienung vor, die auf einer individuell konfigurierbaren Benutzeroberfläche aufsetzt“, so Franz Som, Leiter der Steuerungsentwicklung bei Reis Robotics. „Das Look & Feel eines Tablet Computers haben wir kombiniert mit einer praxisorientierten Bedienstruktur inklusive Gestensteuerung, die keine Wünsche offen lässt.“

Alle ständig benötigten Bedienelemente seien in Form eines ‚C-Rahmens‘ an drei Seiten des Bildschirms platziert – umschaltbar von rechts auf links. Über haptische Marken am Gehäuserand könnten deren Positionen blind ertastet werden. Bedienelemente, die applikationsabhängig generiert werden können, seien auf der freien Seite des C-Rahmens abgebildet. Eine Eingabetastatur blende sich automatisch ein, wenn eine Eingabe benötigt werde. Die Bedienhierarchie hat laut Som maximal zwei Ebenen, damit der Nutzer stets den Kontext beibehält und sich nicht in Untermenüs verirrt. Ein Home-Softkey oben links in der Ecke ermögliche aus jeder Situation den zentralen Rücksprung. Der Stopp-Softkey unten links sei ebenso konsequent stets erreichbar, ohne hinzusehen.

Intuitive und gleichzeitig effiziente Bedienung waren Ziele, die Reis Robotics mit dem reisPAD kompromisslos umgesetzt hat. Testreihen haben nachgewiesen, dass sich die Programmierzeit mit dem reisPAD um rund 30 % verkürzt. Zur Bedienerführung nutzt Reis Robotics Icons, die mit einem beschreibenden Kurztext unterlegt sind. So kann sich der Anfänger leicht orientieren und der Profi erkennt die gewünschte Funktion schon an Form und Farbe der Icons.

Einzigartig ist auch die Möglichkeit, den Roboter durch eingeblendete analoge Elemente auf dem reisPAD zu verfahren. Waren bei konventionellen Handgeräten für jede Achse eines Roboters jeweils zwei Tasten (+/-) nötig, so werden nun bei Bedarf Schieberegler eingeblendet, die es gestatten, den Roboter analog schnell oder langsam in beiden Verfahrrichtungen zu bewegen. Sofort, wenn der Regler ‚losgelassen‘ wird, springt er in die Null-Lage zurück und der Roboter stoppt. Wer anstelle der Geschwindigkeit lieber den Weg vorgeben möchte, wählt ein virtuelles Handrad aus, ‚dreht‘ es und der Roboter folgt analog.

Ein reisPAD für beliebig viele Steuerungen

Ein reisPAD kann für beliebig viele Roboter-Steuerungen eingesetzt werden, denn es ist netzwerkfähig. Mit sharePAD kann sich der Nutzer an jeder Steuerung anmelden. Optional bietet Reis Robotics mit wirelessTEACH auch eine WLAN-Version an. Dies macht eine Kabelverbindung zur Steuerung überflüssig. Neben der Ergonomie hat die Sicherheit höchsten Stellenwert. Natürlich erfolgt die eigentliche Steuerung der Roboter wie bisher über Industrie-PCs. Das reisPAD stellt dementsprechend lediglich eine bessere Mensch-Maschine-Schnittstelle dar.

Der von Reis Robotics entwickelte und patentierte Safety Controller innerhalb der Robotersteuerung ermöglicht es, sogar den Schlüsselschalter für sicherheitsrelevante Betriebsarten in Software abzubilden. Nach Eingabe eines PIN (ersetzt das Einstecken des Schlüssels) wird im nächsten Schritt auch das Drehen des Schlüssels nachgebildet. Diese intelligente Lösung erfüllt die Sicherheitsanforderungen der Berufs-genossenschaft.

Offener Web-Standard

Die Benutzeroberfläche des reisPAD basiert auf dem offenen Web-Standard. Dadurch ist es möglich, die gesamte Dokumentation der Anlage ebenso über das Netzwerk einzublenden wie weitere Informationen und kontextsensitive Hilfen. Via Standard-Browser ist sogar die Informationsrecherche im Internet möglich, sofern eine entsprechende Verbindung freigegeben ist. Besonderheiten der Hardware: Das reisPAD wiegt nur etwa 1.000 g und erfüllt die Schutzart IP 54.

Das ergonomisch geformte Gehäuse verfügt über eingelassene Findermulden zum Ertasten der Position von Bedienelementen, die auf dem kapazitiven Touchscreen mit kratzfester Glasoberfläche eingeblendet werden. Das Gehäusedesign wurde – bis auf den Not-Aus-Knopf – völlig symmetrisch ausgelegt, um Rechts- und Linkshändern gleichermaßen gerecht zu werden. Sogar die Zustimmungsschalter auf der Rückseite sind für Rechts- und Links-Bedienung zur Vermeidung von Ermüdung doppelt vorhanden.

Dieses Konzept heißt BalancedUse. Die Verbindung mit der Roboter-Steuerung erfolgt über Ethernet auf der Rückseite. Ein USB-Port dient zur Datenarchivierung auf einem externen Speichermedium. Am reisPAD kann selbstverständlich zum Teachen auch die bewährte Reis-6D-Maus angeschlossen werden. Die Bedienoberfläche kann zu Schulungs- und Programmierzwecken auch auf einem Windows-PC abgebildet werden.