Selbstlernende Maschine von Trumpf

Den Entnahmezyklus der Teile wiederholt die TruLaser Center 7030 wenn nötig auch mehrmals hintereinander. Diese sogenannten Retry-Versuche verarbeitet die Maschine und lernt aus ihnen. - Bild: Trumpf, IW Medien/Gottfried Stoppel

"Unsere Maschinen agieren immer eigenständiger und entlasten die Mitarbeiter bei vielen Tätigkeiten. Das geht nur mit einer vernetzten, intelligenten Produktionsumgebung. Mit ihrer Hilfe gelingt es uns, die Produktivität zu steigern und so die Wettbewerbsposition unserer Kunden zu sichern. Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel dafür", sagt Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen bei Trumpf.

Es bringe kaum noch etwas, auf immer noch höhere Laserleistung zu setzen. Es gehe vielmehr um den vernetzten Maschinenpark und die der eigentlichen Produktion vor- und nachgelagerten Prozesse. Dort und durch intelligente Datenauswertung ließen sich die größten Produktivitätsgewinne erzielen, wie es seitens des Unternehmens heißt.

Künstliche Intelligenz bei trumpf
Grafik: Trumpf

Assistenzsysteme sorgen für Prozesssicherheit

Bereits heute hat Trumpf laut eigenen Angaben durch zahlreiche Assistenzsysteme in seinen Maschinen den Grundstein für die autonome Fabrik gelegt. Ein Beispiel für prozesssicheres Schneiden ist die sogenannte Smart Collision Prevention.

Die Funktion kalkuliert bereits bei der Programmierung kippende Teile mit ein. Sie entwirft eine Abarbeitungsstrategie, die Kollisionen mit dem Schneidkopf vermeidet.

Immer mehr Maschinenfunktionen steuern die Prozesse selbstständig, etwa durch die sogenannte Smart Nozzle Automation. Diese Funktion inspiziert regelmäßig die Düse und wechselt sie gegebenenfalls automatisch aus, wenn sie beschädigt ist. Auf der Euroblech 2018 in Hannover zeigt Trumpf einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Laserschneiden.

Beim Laservollautomaten TruLaser Center 7030 läuft von der Programmierung bis hin zum Sortieren der Teile sogar alles automatisiert ab. "Durch intelligente Datenanalyse verbessern wir bei dieser Maschine bereits heute die Prozesse. Mit Hilfe von Kunden-Rückmeldungen in Form von Daten perfektionieren wir die Anlage kontinuierlich. Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe der Industrie 4.0", sagt Thomas Schneider, Geschäftsführer Entwicklung Werkzeugmaschinen bei dem Maschinenbauer. Ein Beispiel sei die Entladeeinheit der Maschine.

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Maschine lernt aus Retry-Versuchen

Die Pins, die das Blech aus dem Restgitter nach oben heben, sorgen dafür, dass Sauger die Teile prozesssicher entnehmen können. Gelingt das den Pins nicht auf Anhieb, leitet die Maschine selbständig einen neuen Entnahmezyklus ein.

Den wiederholt sie wenn nötig auch mehrmals hintereinander, damit es funktioniert. Diese sogenannten Retry-Versuche verarbeitet die Maschine und lernt aus ihnen.

Auf der Euroblech präsentiert Trumpf außerdem eine vernetzte Intralogistik-Lösung, die das Unternehmen in seiner Industrie 4.0-Vorzeigefabrik und bei ausgewählten Kunden bereits testete. Sie verbessert die logistischen Prozesse, die im Inneren der Produktionshalle ablaufen, zum Beispiel den Weg der Teile von einer Bearbeitungsstation zur nächsten.

Thomas Schneider: "Testkunden sparen mitunter fünfstellige Summen durch den Einsatz unserer Indoor-Lokalisierung, indem sie ihre Suchzeiten verringern und ihre Aufträge klug priorisieren können". Der Grund: Die Losgrößen der Aufträge sinken, die Aufträge im Verlauf der gesamten Fertigung zu überblicken, fällt Blechfertigern zunehmend schwer.

Gleichzeitig möchten die Kunden der Blechfertiger wissen, wie es um ihre Bestellung steht - ganz wie sie es aus dem Online-Handel gewohnt sind. Mit der Indoor-Lokalisierungslösung bringen Trumpf Kunden Ordnung in ihre Fertigung und können diesen Ansprüchen gerecht werden.

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