Behindertengerechte Arbeitsplätze

Behindertengerechte Arbeitsplätze eröffnen Mitarbeitern mit körperlichen Einschränkungen neue Möglichkeiten. - Bild: item

Wenn der Arbeitsplatz auf die individuelle körperliche Beschaffenheit eines Arbeitnehmers zugeschnitten ist, gewährleistet das nicht nur eine hohe Leistungsfähigkeit, sondern fördert durch die schonende Haltung auch die Gesundheit. Essenziell werden ergonomische Prinzipien jedoch vor allem dann, wenn Arbeitnehmer mit Behinderung beschäftigt werden. Werden Arbeitsplätze individuell verstellbar und behindertengerecht gestaltet, sind sie in der Lage, Handicaps hinsichtlich Aspekten wie Körpergröße, Greifraum und Beleuchtung optimal ausgleichen. Vor allem in der industriellen Fertigung kann ein behindertengerechter Arbeitsplatz körperlich eingeschränkten Mitarbeitern neue Möglichkeiten eröffnen. Sie sind häufig überdurchschnittlich qualifiziert und motiviert. Das folgende Praxisbeispiel beschreibt exemplarisch die Optimierung eines Arbeitsplatzes.

Traditionsunternehmen aus NRW

Bögra aus Solingen ist Spezialist für Pleuel- und Kolbenbolzenbuchsen, die mittels Kupferguss hergestellt werden und blickt auf eine über hundertjährige Unternehmensgeschichte zurück. Durch die Intensivierung der Beziehungen zur Automobilbranche konnte Bögra ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. Derzeit unterhält das Unternehmen zwei Gießereibetriebe und hat sich als zuverlässiger Anbieter für industrielle Fertigungsteile etabliert. In den internen Produktionsprozessen werden unter anderem auch Aufgaben wie das Wiegen von einzelnen Komponenten oder Kartons mit einem bis zu 30 Kilogramm schweren Inhalt notwendig.

Diese Aufgaben konnte ein langjähriger Mitarbeiter von Bögra aufgrund verschiedener Erkrankungen nicht mehr bewältigen. Besonders das Heben und Halten von schweren Gegenständen hätte den Arbeitsalltag des Mitarbeiters durch die damit verbundenen Schmerzen zur Belastung gemacht. Auf der Suche nach einer Lösung, die dem Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung ermöglicht, wandte sich Bögra an item Industrietechnik. In der darauffolgenden Planungsphase standen die beiden Unternehmen sowohl untereinander als auch mit dem betroffenen Mitarbeiter im regen Austausch.

Chancengleichheit dank behindertengerechtem Arbeitsplatz

Das Resultat dieses Projekts ist ein behindertengerechter Arbeitsplatz. Er besteht zum einen aus einem elektrisch höhenverstellbaren Tisch. Zum anderen verfügt er über integrierte Waagschalen, die in die Arbeitsplatte eingelassen sind. So kann der Mitarbeiter mit Behinderung die schweren Materialien ohne größeren Kraftaufwand annehmen und auf die Waage schieben. Durch die variable Höhe des Arbeitsplatzes kann außerdem, ganz nach Bedarf, entschieden werden, ob im Sitzen oder im Stehen gearbeitet werden soll. Zusätzlich kommen im eingeschränkten Greifraum des Mitarbeiters Schubladenschränke, ein Tablett mit Winkelfeststellung, eine Kabelwanne und ein Tastaturarm zum Einsatz.

Durch die behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung wird nicht nur ein komfortabler Greifraum, sondern auch eine zeitgemäße Medienversorgung gewährleistet. Durch die grundlegende Optimierung seines Arbeitsumfelds wurde für den verdienten Mitarbeiter eine gesundheitsschonende Umgebung geschaffen, die es ihm erlaubt, weiterhin produktiv zu arbeiten. Mit dem Arbeitsplatzsystem von item lassen sich nicht nur Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen perfekt integrieren, auch präventiv lässt sich durch eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung die Gesunderhaltung der eigenen Mitarbeiter fördern. Zudem steigert ein individuell zugeschnittenes Arbeitsumfeld die Produktivität und minimiert das Risiko für Montagefehler.