Bei diesen Luftschleieranlagen mit Druckkammer-Düsensystem wird der Luftstrom in der Druckkammer

Bei diesen Luftschleieranlagen mit Druckkammer-Düsensystem wird der Luftstrom in der Druckkammer komprimiert und durch die Düse gleichmäßig über die gesamte Ausblasbreite verteilt. (Bild: Teddington Luftschleieranlagen GmbH)

Mit Luftschleieranlagen der Teddington GmbH konnten vor allem die klimatischen Verhältnisse bei der zum Dachfensterhersteller Velux gehörenden Sonneborn Bauzubehör GmbH (SIG) deutlich verbessert werden.
BUCHHOLZ-MENDT (rm). Die dortigen Hallen sind überwiegend mit großen Toranlagen von etwa 4 x 4 m Größe ausgestattet, die durch transparente Folientore geschlossen werden. Es gibt auch Tore mit Lkw-Verkehr und zwei kleinere Tore mit einem automatischen Transportband zur Beförderung von Paletten.

Der Sicherheitsvorteil der Durchsicht¬möglichkeit bei geschlossenen Toren liegt bei dem regen Staplerverkehr auf der Hand. Die Tore öffnen sich bei Annäherung eines Staplers und schließen sich dahinter automatisch.

Durch die hohe Frequentierung der Tore kommt es jedoch laufend zu einem Austausch großer Luftmassen – besonders, wenn mehrere Tore einer Halle gleichzeitig geöffnet sind. Zudem weisen Tore dieser Art systembedingt auch in geschlossenem Zustand eine relativ schlechte Wärmedämmung auf.

Von außen dringt kalte Luft massiv nach innen und die warme Innenluft entweicht. Es kommt zu starken Zugerscheinungen. In strengen Wintern macht sich dies besonders unangenehm bemerkbar. Die Mitarbeiter – gerade auch in der Nähe der Tore – klagten über Zug und zu niedrige Arbeitstemperaturen. Abhilfe war nötig.
Es war nicht damit getan, einfach die Heizung im Gebäudeinneren weiter hochzufahren. Das hätte nur die Temperaturdifferenz erhöht und zu noch heftigerem Luftaustausch geführt. In den Hallen mit Montagelinien sind bei SIG viele Mitarbeiter in Handarbeit tätig. Deshalb sind diese Hallen besonders brisant bezüglich des Arbeitsklimas.

Luftschleieranlagen von Teddington können das Problem lösen. Zunächst wurden fünf davon angeschafft. Sie konnten bis auf eine Ausnahme funktionsgünstig direkt über den Toren eingebaut werden. Bei einem Tor wurde eine seitliche Aufstellung gewählt, weil sonst die Durchfahrtshöhe nicht ausgereicht hätte. Zum Einsatz kamen Anlagen mit dem speziellen Düsensystem von Teddington, das einen besonders hohen Wirkungsgrad gegenüber herkömmlicher Luftschleiertechnik erreicht, zudem verbunden mit hoher Abschirmleistung und Energieeinsparung.

Bei den Anlagen mit dem Druckkammer-Düsensystem wird der Luftstrom in der Druckkammer komprimiert und durch die Düse gleichmäßig über die gesamte Ausblasbreite verteilt. Der Luftstrom wird über konkave Düsenwangen so beschleunigt, dass ein konzentrierter, gegen die Außenluft gerichteter Schleier entsteht.

Für die gleiche Wirkung wie bei einem konventionellen System wird deutlich weniger Luft und somit weniger Energie benötigt. Im Vergleich zu konventionellen Geräten lassen sich nach Angabe von Teddington große Einsparpotenziale erschließen. Dies gilt vor allem dort, wo hohe Anforderungen an Aufenthaltsqualität, Zugfreiheit, Energieeffizienz und Amortisation bestehen.
Steuerungstechnisch setzte SIG auf Anlagen mit integrierter Steuerung in der Komfortvariante. Eine Einbindung in die Hausleittechnik war nicht erforderlich. Über einen Öffnungsschalter an den Toren schaltet die Steuerung auf Stufe 3 und startet den Luftschleierbetrieb. Mit dem Schließen des Tores wird dieser wieder auf Stufe 1 geschaltet und beheizt dann den türnahen Bereich. Dabei erfolgt die Umschaltung in jeweils 1 s.

Die installierten Deckenheizungen wurden in den Türbereichen deaktiviert und die Wärme den Heizregistern der Luftschleieranlagen zur Verfügung gestellt. Der Kälteeintrag konnte deutlich verringert werden. Daher wurden mittlerweile weitere dieser Anlagen eingebaut.

Nicht zuletzt überzeugte auch die Art der Inbetriebnahme mit anschließendem Wirksamkeitsnachweis. Nach der Installation wurden dazu verschiedene Funktionstests durchgeführt. So wurden die Temperaturen mit und ohne Luftschleier gemessen und gewichtet. Zudem konnten Rauchtests die gemessenen Ergebnisse untermauern.

Die Messergebnisse zeigten eine Energieeinsparung zwischen 30 und 55 %. Der wirtschaftliche Aspekt ist jedoch nicht so einfach nachzuvollziehen, weil SIG zu etwa 80 bis 90 % mit Spänen aus dem Materialanfall der eigenen Produktion heizt. Dennoch wirken sich die Luftschleieranlagen positiv aus. Denn neben der Einsparung von Energiekosten ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes erklärtes Ziel des Unternehmens.
Bei der Verarbeitung der Holzfenster kommt Heißschmelzkleber zum Einsatz, der in der Anwendung temperaturabhängig ist. Hier trägt die gleichmäßige Hallentemperatur zu einer weiteren Erhöhung der Prozesssicherheit bei.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist deutlich spürbar. Es gibt weniger Zugluft haben und komfortablere Hallentemperaturen.