MÜNCHEN (Dow Jones/Focus/rm). Künftig sollten auch gegen den Willen der Energiekonzerne Stromleitungen bei vier großen Pilotprojekten unterirdisch verlegt werden können, wenn die Behörden das wünschen, berichtete “Focus” am Sonntag vorab. Bisher gelte eine “Kann”-Vorschrift, deren Auslegung umstritten und deren Folge “Stillstand in den Genehmigungsverfahren” sei, heiße es in einer entsprechenden Begründung des Ministeriums. Die Änderung solle im April in Kraft treten, schrieb das Blatt.

Brüderle wolle mit dem Vorhaben die gesellschaftliche Akzeptanz des Leitungsbaus fördern und die betroffenen Menschen ernst nehmen. In den kommenden zehn Jahren müssen in Deutschland bis zu 3 600 km neue Leitungen gebaut werden. Mit ihnen soll vor allem der Ökostrom aus dem Norden – unter anderem von den zahlreichen Windparks – in den Süden geleitet werden. Vielfach protestierten Anwohner jedoch gegen den Netzausbau mit Freileitung. Die Erdverkabelung ist jedoch etwa dreimal so teuer und wird deshalb von den Konzernen abgelehnt, wie es weiter hieß.