Der Energiekonzern E.ON will seine Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 wegen mangelnder

Der Energiekonzern E.ON will seine Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 wegen mangelnder Wirtschaftlichtkeit stilllegen. - Bild: kru

Das Unternehmen hat der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber Tennet die Stilllegung am Montag gemeldet. Die Bundesnetzagentur könnte eine Stilllegung aber untersagen.

Im vergangenen Jahr hätten sie “zu keiner Stunde Strom für den Markt produziert”, heißt es in der Mitteilung. Die Kraftwerksblöcke seien nur dann zum Einsatz gekommen, wenn sie zur Stabilisierung des Stromsystems gebraucht wurden. Zurzeit gibt es Zuschüsse für den Betrieb der Anlagen, Ende März 2016 läuft aber eine Regelung mit der Bundesnetzagentur und Tennet aus.

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und sinkender Großhandelsstrompreise verdienen Versorger wie E.ON mit konventionellen Kraftwerken immer weniger Geld. Das gilt besonders für die vergleichsweise teuren Gaskraftwerke.

Antrag schon früher abgelehnt

Vor dem Hintergrund hatte E.ON bereits einen Antrag auf Stilllegung des Irsching-Kraftwerksblock 3 gestellt. Die Bundesnetzagentur erklärte den Block im Februar aber für systemrelevant: E.ON darf ihn nicht vom Netz nehmen. Die gleiche Entscheidung traf die Behörde damals für zehn weitere Kraftwerksblöcke verschiedener Versorger – allein sieben Blöcke davon gehören EnBW.

Für den erzwungen Weiterbetrieb von Kraftwerken bekommen die Unternehmen zwar Ausgleichzahlungen. Ein wirtschaftlicher Betrieb auf Basis der sogenannten Reservekraftwerksverordnung ist im Falle von Irsching 4 und 5 laut E.ON aber nicht möglich. “Die Eigentümer wären gezwungen, ihre Anlagen nicht kostendeckend zu betreiben”, heißt es in der E.ON-Mitteilung. Deshalb behalte man sich “für den Fall eines Widerspruchs gegen die Stilllegung den Rechtsweg vor”.

Irsching 5 ging erst im Jahr 2010 mit einer Leistung von 846 Megawatt in Betrieb und gehört nach Angaben von E.ON zu den modernsten Gaskraftwerken Europas. E.ON betreibt es gemeinsam mit den Versorgern N-Ergie, Mainova und HSE. Irsching 4 mit einer Leistung von 550 Megawatt ist seit 2011 am Netz.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke