Dieses energieeffiziente Bürogebäude passt zur Green IT-Strategie des darin untergebrachten

Dieses energieeffiziente Bürogebäude passt zur Green IT-Strategie des darin untergebrachten Rechenzentrums von Abilis. (Freyler Industriebau GmbH)

Die von der Freyler Industriebau GmbH für rund 3 Mio. Euro errichtete neue Zentrale des IT- und Software-Dienstleisters Abilis ist besonders energieeffizient ausgelegt und passt damit zur strategischen Ausrichtung Green IT von Abilis.

KENZINGEN (rm). Das Bauvorhaben wurde integral und gemäß nachhaltiger Kriterien geplant. Im Blick waren dabei nicht nur die Gebäudehülle und die Einrichtung, sondern vor allem auch der effiziente Betrieb. Denn langfristig betrachtet geht es um die Reduzierung der Betriebskosten und die effektive Nutzung der eingesetzten Energie.

Bereits jetzt verursachen sämtliche Rechenzentren auf der Welt genauso viel CO2-Emission wie der gesamte Flugverkehr. Daher ist Green IT unter ökologischen wie ökonomischen Aspekten ein zentrales Zukunftsthema.

Abilis benötigt für sein Rechenzentrum unter Vollauslastung etwa 120 bis 150 kWh Strom. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Kühlung, der Rest auf die Heizung in den Büros, Licht, PCs und sonstige Geräte.

Es wurden in der Konzeptphase verschiedene Maßnahmen identifiziert und umgesetzt, um diesen hohen Energiebedarf zu reduzieren. Da das Rechenzentrum sehr viel Abwärme produziert, wollte man vor allem diese nicht ungenutzt lassen.

Die gesamte Gebäudeheizung erfolgt daher mittels Energierückgewinnung, ergänzt durch die Nutzung regenerativer Energiequellen: Über Wärmetauscher in Warmwasserpuffern wird die Abwärme des Rechenzentrums gespeichert.

Die Abwärme ist direkt für die Gebäudeheizung nutzbar. In den Büros wurde dafür durchgehend eine Fußbodenheizung installiert. Im Idealfall kommt es hier zu einer Wärmeleistung von 75 kWh. Zusätzlich hat das Gebäude zur Sicherheit eine Luft-Wärmepumpe, da nicht von Anfang an mit einer Vollauslastung des Rechenzentrums kalkuliert werden konnte. Gleichzeitig klimatisiert diese wiederum die Räumlichkeiten im Sommer.

Auf dem Dach des Gebäudes –in Süd-West-Lage ausgerichtet – wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die den Primärenergiebedarf an Strom zusätzlich senkt. Ihr Ertrag wird ins Stromnetz eingespeist. Die maximale Leistung beträgt 25 kWh.

Mittels eines LON-Bussystems lassen sich die Gebäudetechnik und der Energieverbrauch überwachen und intelligent nach Bedarf steuern. Tageslichtsensoren dimmen die Beleuchtung. Alle rot gekennzeichneten Steckdosen im Haus lassen sich nachts auf Knopfdruck abschalten. Damit werden Stand-by-Kosten und ebenso die Brandschutzgefahr reduziert.

Durch die Umsetzung der verschiedenen baulichen und technischen Maßnahmen sowie durch eine effektive Hardware-Nutzung im Tagesgeschäft mittels spezieller Server- und Speicher-Virtualisierung ergibt sich bei Abilis ein Energieeinsparvolumen von 30 bis 50 %. Damit trägt das neue Gebäude aktiv zum Klimaschutz bei, ist aber neben dem ökologischen Faktor ebenso unter wirtschaftlichem Aspekt zukunftsfähig.

Die ganzheitliche und nachhaltige Konzeption berücksichtigt auch, dass die Mitarbeiter sich jederzeit wohlfühlen sollen. In klassischer Massivbauweise wurden zwei Gebäudeflügel V-förmig angeordnet. Verbunden sind sie mittig durch einen zur Vorder- und Rückseite vollflächig verglasten Erschließungstrakt mit einem hellen Foyer und einem Treppenhaus.

Spannbeton-Hohlkörperdecken überspannen die Büros in der kompletten Breite. Zusätzliche Stützen und tragende Wände konnten dadurch entfallen. Die Räumlichkeiten lassen sich daher flexibel nutzen und offen gestalten. Die außen liegende Verschattung vermindert den Wärmeeintrag im Sommer. Für den automatischen Betrieb ist sie mit Lichtsensoren gekoppelt.

Beide Büroflügel haben eine Gesamtfläche von knapp 1 400 m², lassen sich aber nach Westen zu erweitern. Die zwei Vollgeschosse sind zudem in der Höhe um ein weiteres Geschoss aufstockbar. Damit könnte Abilis seine Fläche bei Bedarf verdoppeln.