Solche Schnellschlussschieber können Rohrleitungen verschließen, die verschiedene Anlagenteile

Solche Schnellschlussschieber können Rohrleitungen verschließen, die verschiedene Anlagenteile miteinander verbinden, und so im Ernstfall die Ausbreitung einer Explosion verhindern. (Bild: Kidde Brand und Explosionsschutz GmbH)

Ratingen (rm). In Wuppertal werden von etwa 2 000 Mitarbeitern jährlich 100 000 t Lacke und Beschichtungen sowie das Vorprodukt Kunstharz unter anderem für die Automobilindustrie produziert. Dabei sind hohe Sicherheitsstandards einzuhalten, die häufig die gesetzlichen Vorgaben übertreffen.

Auf Basis der Störfallverordnung beachtet DuPont daher alle notwendigen Vorkehrungen, die neben dem Brandschutz und umfassenden Fluchtkonzepten auch den konstruktiven Explosionsschutz betreffen.  Explosionsgefährdete Umgebungen werden entsprechend der EU-Richtlinie 99/92/EG (ATEX 137, Betriebssicherheitsverordnung) umgesetzt. Vor allem die Verhinderung sowie die Vermeidung von Zündquellen stehen dabei im Fokus.

Unter anderem fordert diese Richtlinie, dass ein Explosionsschutzdokument erstellt wird, aus dem hervorgeht, dass die Risiken ermittelt und bewertet wurden. Zudem müssen die explosionsgefährdeten Bereiche in Zonen eingeteilt und angemessene Maßnahmen getroffen werden. Hierbei liegt es ebenfalls in der Verantwortung des Betreibers, den bestehenden Gefahren vorzubeugen und gezielt entgegenzuwirken.

Dafür wird bei DuPont unter anderem die explosionstechnische Entkopplung eingesetzt. Bei einigen Anlagen vermeiden Schnellschlussschieber von Kidde im Ernstfall die Ausbreitung einer Explosion. Ihr Prinzip basiert auf der Verschließung von Rohrleitungen, die verschiedene Anlagenteile miteinander verbinden. Das ist insbesondere bei der Beförderung brennbarer Stoffe notwendig,  um das angestrebte Schutzniveau aufrecht zu erhalten.

Da Explosionen nicht durch Druckwellen, sondern durch Flammen übertragen werden, muss speziell die Flammenfront abgelöscht werden. Damit lässt sich eine Flammenstrahlzündung mit einem vorkomprimierten Druck in andere Anlagenteile und damit eine mögliche Sekundärexplosionen verhindern.

In einem solchen Fall verschließt ein Schnellschlussschieber in Millisekunden die Verbindungsrohrleitung zwischen den einzelnen Anlagenkomponenten. Sowohl die Explosionsdruckwelle als auch die Flammenfront werden somit unmittelbar vor dem Schieberblatt gestoppt.

Darüber hinaus kommen auch Explosionsschutzventile zum Einsatz. Bevorzugt werden die Ventile bei Anlagen eingesetzt, die für den maximalen Explosionsdruck ausgelegt sind. Aber auch in Anlagenteilen, in denen ein reduzierter Explosionsdruck Schäden in geschlossenen Anlagenkomponenten hervorrufen kann, finden sie Verwendung.

Während nach technischen Regeln Arbeiten bei dem Erreichen von 10 % der unteren Explosionsgrenze durchgeführt werden dürfen, liegt dieser Bereich gemäß der DuPont-Standards bei lediglich 5 %. Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses wir somit nochmals reduziert. Eine weitere Verschärfung der Grenzwerte betrifft den zulässigen unteren Wert für die Sauerstoffkonzentration beim Einsteigen in Behältern. Der Sauerstoffgehalt laut technischer Regeln darf 15 bis 17 % betragen, bei DuPont sind es mindestens 19,5 %.

Sollte es bei DuPont dennoch einmal zu einem Ereignis kommen, so sind alle Mitarbeiter über die korrekten Verhaltensregeln informiert. Mindestens einmal pro Jahr müssen sie das richtiges Verhalten im Notfall und das Handhaben von Feuerlöschern üben.