Ein System für die Restwärmenutzung wandelt die heißen Abgase der Infrarotheizungen in nutzbare

Ein System für die Restwärmenutzung wandelt die heißen Abgase der Infrarotheizungen in nutzbare Energie um. Beispielsweise lässt sich so die Warmwasserversorgung während der Wintermonate fast vollständig durch die gewonnene Restwärme abdecken – nahezu ohne zusätzliche Betriebskosten. (Bild: Kübler GmbH)

Ludwigshafen/Rhein (rm). Eiffel Deutschland ist Hersteller von Bauteilen aus Stahl für Brückenkonstruktionen, Hochbauprojekte, Kraftwerksgebäude, für Wasserbau oder Fördertechnik. Am Standort Hannover erstrecken sich Fertigungshallen und Bürogebäude über eine Fläche von rund 53 000 m².

Die Hallen sowie die beiden Hauptgebäude wurden bislang über konventionelle Warmluftheizungen beheizt. Als die Entscheidung für die Heizungsmodernisierung fiel, waren insgesamt 17 einzeln zu steuernde Warmlufterhitzer in Betrieb, um sieben Hallen mit einer Gesamtfläche von 17 292 m², 460 m² Lehrwerkstatt plus Instandhaltung sowie 2 .860 m² Bürofläche zu beheizen.

Rund 400.000 Euro Heizkosten pro Jahr fielen bei Eiffel für die Beheizung an. Diese hohe Summe war der Hauptgrund, sich nach einem neuen Heizungssystem umzusehen. Gleichzeitig wollte man ein zweites Problem lösen: Die alten Warmluftheizungen mussten jeweils einzeln geregelt werden – schwierig bei den Ausdehnungen des Firmengeländes.

Intuitiv und komfortabel zentral bedienbar sollte die Steuerung für das neue Heizsystem daher sein. Neben der Hallenbeheizung hatte Eiffel auch die Büroheizungen im Auge, jedoch zunächst nicht vordringlich. Mit der Einführung des Kübler-Hybridsystems H.Y.B.R.I.D. machten zusätzlich mögliche Einsparungen sowie die Aussicht, zwei Sanierungsprojekte in einem Schritt zu bewältigen, die gleichzeitige Modernisierung der Büroheizungen jedoch interessant. Schließlich beinhaltete der 600 000 Euro- Auftragsumfang mit Bürogebäuden sowie Lehrwerkstatt und Instandhaltung zusätzlich 3 320 m² zu beheizende Fläche durch die Nutzung von Restwärme.

Das Wärmekonzept H.Y.B.R.I.D. vereint die drei Komponenten Infrarotheizung, Steuerung und Restwärmenutzung zu einem effizienten Gesamtsystem. In den Hallen wurde die Infrarotheizungsserie Optima installiert. Die Auslegung lässt in den Kälteperioden eine angenehme, gleichmäßige staub- und zugfreie Wärmeverteilung zu – unabhängig von den Außentemperaturen. Die Geräte sind durch kurze Aufheizzeiten und einen hohen Wirkungsgrad gekennzeichnet.

Um die heißen Abgase der Infrarotheizungen in nutzbare Energie umzuwandeln, wurde die Restwärmenutzung O.P.U.S.X mit den bestehenden Pumpe-Warmwasser-Heizungsnetzen verbunden. Die Warmwasserversorgung von Lehrwerkstatt und beider für den Bereich Instandhaltung genutzten Gebäude erfolgt während der Wintermonate jetzt fast vollständig durch die Restwärmenutzung aus dem Abgasstrom der Infrarotheizungen –nahezu ohne zusätzliche Verbrauchskosten.

Gesteuert werden Heizung und Restwärmenutzung durch die Digitalsteuerung R.O.S.S.Y. Entsprechend der unterschiedlichen Nutzungsprofile von Fräserei, Zuschnitt, Zusammenbau und Schweißen wurden 18 Heizzonen definiert, die sich jeweils einzeln ansteuern und hinsichtlich Ein- und Ausschaltzeiten sowie Temperaturverlauf exakt steuern lassen. Das gesamte Heizungssystem ist jetzt von jedem PC-Monitor aus bedienbar. Dies spart nicht nur Zeit, sondern bringt auch einen Effizienzgewinn bis 20 % des Primärenergieeinsatzes.

Knapp drei Monate nach dem Auftragseingang wurde das Hybridsystem pünktlich zum Start der Heizperiode übergeben. Die Montage fand überwiegend bei laufendem Betrieb statt, um keine Produktionsausfälle zu verursachen.

Die Ergebnisse nach der ersten Heizperiode überstiegen die Erwartungen deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich der Gasverbrauch der Heizungen um 50 % auf 367 339 m³ – eine Einsparung von rund 200 000 Euro. Bereinigt man die Vergleichszahlen noch um die unterschiedlichen Witterungsverhältnisse im Winter 2008 im Vergleich zum langen und kalten Winter 2009, dürfte die tatsächliche Einsparung sogar noch höher liegen. Im selben Maße haben sich dadurch auch die CO2-Emmisionen verringert. Damit werden aktuelle gesetzliche Anforderungen locker erfüllt.