Die Familie der BMW-Erbin Susanne Klatten will ihren Anteil beim Windanlagenbauer Nordex vorerst nicht auf über 30% ausbauen.

DÜSSELDORF (Dow Jones)–”Eine Anteilsaufstockung auf über 30% ist derzeit nicht geplant”, sagte ein Vertreter der Familie am Mittwoch zu Dow Jones Newswires. Bei einem Überschreiten der Schwelle müsste den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet werden.

In den vergangenen Wochen hat das von Klattens Ehemann geführte Investmentvehikel Ventus Venture Fund sukzessive Aktien der Norderstedter Nordex SE aufgekauft. Mittlerweile liegt der Anteil der Klatten-Beteiligungsgesellschaft SKion damit bei über 24%. “Wir nutzen die günstigen Kurse, um Aktien aufzukaufen”, erklärte der Sprecher.

Aufmerksam wurden Beobachter des Unternehmens, als das Bundeskartellamt am Dienstag mitteilte, dass Ventus die Aufstockung der Anteile über die Schwelle von 25% zur Prüfung angemeldet hat. Der Familienvertreter sagte, dass es im Zuge der Aktienkäufe passieren könne, dass die Marke überschritten wird.

Die Nordex-Aktien notieren um 16:02 Uhr bei 7,35 Euro. Seit Anfang Mai pendeln sie um den Bereich von 7 bis 8 Euro und sind damit so günstig wie Anfang 2009. Von ehemaligen Höchstkursen von über 100 Euro ist das Papier weit entfernt.

Immer wieder kursieren an der Börse Gerüchte, Klatten könnte die Mehrheit an Nordex anstreben. Auch über eine Zusammenarbeit mit dem Spezialwerkstoffhersteller SGL Carbon, an dem SKion ebenfalls mit über 22% beteiligt ist, wurde spekuliert. Am Autohersteller BMW hält die Erbin der Unternehmerfamilie Quandt noch über 12%. Zudem hat sie sich mittlerweile alle Anteile des Spezialchemieunternehmens Altana angeeignet.