Wenig Platz steht auf dem Fahrzeug für den Einbau des Kompressors zur Verfügung. Der

Wenig Platz steht auf dem Fahrzeug für den Einbau des Kompressors zur Verfügung. Der LT-Kolbenkompressor ist kompakt genug und lässt auch dem Wartungspersonal noch Platz. (Bild: Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik)

Koen Lauwers

ESSEN (rm). Denn die passen mit ihrer kompakten Bauweise gerade noch auf das Trägerfahrzeug und sind robust genug, um im Dauereinsatz in der Wüste, Tundra oder Taiga zu bestehen.

Wer Pipelines baut – ob für Öl, Gas oder Wasser –, der weiß, dass die in der Regel 12 bis 18 m langen Rohre mit einem Maximalversatz von nur 1 mm verlegt werden müssen – egal, wie groß der Durchmesser der Rohre ist. Damit jedes Rohrstück passgenau an seinen Nachbar geschweißt werden kann, halten Rohrinnenzentrierungsgeräte von Vietz beide Teile zusammen.

Sie fahren in den Rohrleitungen immer bis zum nächsten Teilstück, das angeschweißt werden soll. Dort halten zwei Stempelreihen, die sich von innen an die Wände beider Teile pressen, die Rohre für den Schweißvorgang fest in der richtigen Position.

Von Druckluft angetrieben, fahren die Geräte in die Rohre – und benötigen dort weitere Druckluft, um die Stempel zu betätigen. Damit Pipelinebauer die Luft direkt auf der Baustelle erzeugen können, rüstet Vietz seine Schweißraupen der Typen Arcotrac 1100 und 1800 optional mit einem passenden Kompressor aus. Hierfür verwenden die Hannoveraner in der Regel zweistufige, ölgeschmierte Kolbenkompressoren der LT-Baureihe von Atlas Copco.

Unter anderem ist die Baugröße ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Lieferanten. Denn auf den Schweißraupen steht nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung, auf der man einen Kompressor unterbringen kann. Mit den kompakten LT-Kompressoren, die speziell auch für den Einbau bei Erstausrüstern konzipiert sind, reicht der Platz.

Außerdem sind die Kompressoren wenig wartungsanfällig. Durch ihre einfache Konstruktion, die begrenzte Anzahl an beweglichen Teilen und das einfache Arbeitsprinzip gelten Kolbenkompressoren als Lösung für die Drucklufterzeugung unter rauen Bedingungen. Da die Schweißraupen in der Wüste, der Tundra, der Taiga eingesetzt werden, müssen alle Bauteile hohen Belastungen standhalten. Temperaturen von -40 °C in kalten Regionen und bis +70 °C in der Wüste sind dabei keine Seltenheit.

Gängige Wartungen wie den Wechsel der Betriebsstoffe oder der Luftfilter, erledigen die Anwender normalerweise gemäß dem Wartungsheft von Atlas Copco selbst. Ansonsten steht das weltweite Servicenetz von Atlas Copco zur Verfügung.

Vietz stattet seine Arcotrac-Fahrzeuge mit LT-Kompressoren mit 20 bar Maximaldruck aus. Hinzu kommen jeweils zwei Druckluftbehälter für zusammen 300 l komprimierte Luft, damit am Rohr kontinuierlich gearbeitet werden kann. Außerdem wird für Fahrzeuge mit Kompressor eine andere Steuerung eingesetzt und der Schaltschrank modifiziert.

Aus Sicherheitsgründen muss Vietz einen Schalter einbauen, der den Kompressor automatisch abschaltet, wenn die Schweißraupe zu steil geht. Während die Vietz-Maschinen eine Steigfähigkeit von 30° haben, muss der Kompressor bei 21° vorsichtshalber aussetzen, weil es sonst Probleme mit der Schmierung geben könnte.

Angetrieben werden die Kompressoren durch Elektromotoren. Bis vor einigen Jahren setzte Vietz noch auf hydraulische Antriebe, doch diese Lösung war nicht stabil genug. Seit Synchromotoren als leistungsstarke und wartungsfreundliche Systeme vorliegen, verbaut man nur noch Elektromotoren. Da nur 16 bar Druck benötigt werden, limitiert man den Kompressor entsprechend. Mit einem Elektromotor ist die Abschaltung elegant zu bewerkstelligen.

Als Ersatz für die Membranregelung ist zukünftig eine kleine elektronische Steuerung oder Fernbedienung für die Kompressoren geplant. Das wäre für die Fahrer und Bauarbeiter komfortabler.