Deutschland und Norwegen rücken bei der Energiewende enger zusammen. Heute wurde ein Vertrag für

Deutschland und Norwegen rücken bei der Energiewende enger zusammen. Heute wurde ein Vertrag für den Bau des 623 Kilometer langen Gleichstrom-Seekabels "NordLink" unterzeichnet. - Bild: Tennet

Nordlink-Projekt: Der Bau eines Seekabels von Deutschland nach Norwegen geht in die heiße Phase. Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag den Vertrag zur Verlegung einer 623 Kilometer langen Gleichstromverbindung.

Durch diese Verbindung soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien geleitet werden, wie die KfW IPEX-Bank mitteilte. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro und soll den Angaben zufolge 2018/2019 fertiggestellt sein.

Das Seekabel ist fester Bestandteil der Energiewende und soll vor allem Engpässen im deutschen Übertragungsnetz entgegenwirken. Die Wasserreservoire in Norwegen fungieren dabei als Energiespeicher. Bei Verbrauchsspitzen in Deutschland können diese genutzt werden, um Strom nach Deutschland zu schicken.

Erste direkte Stromverbindung

Umgekehrt funktioniert die Leitung auch. “Die erste direkte Stromverbindung ermöglicht, dass Windstrom aus Norddeutschland auch nach Norwegen transportiert und die norwegische Wasserkraft als Speicher mit genutzt werden kann. Das ist auch ein weiterer Schritt zur stärkeren Integration in den europäischen Energiebinnenmarkt”, erklärte der Energiebeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß.

Das Nordlink-Projekt wird den Angaben zufolge von einem Konsortium getragen, an dem zu jeweils zur Hälfte der norwegische Übertragungsnetzbetreiber Statnett und die DC Nordseekabel beteiligt sind. An DC Nordseekabel wiederum halten der Netzbetreiber TenneT und die KfW 50 Prozent der Geschäftsanteile. DC Nordseekabel verantwortet Bau und Genehmigungen auf deutscher Seite. Das HGÜ-Kabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel) wird demnach über eine Kapazität von 1.400 Megawatt verfügen und zwischen Tonstad in Norwegen und Wilster in Schleswig-Holstein verlaufen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke