Mehrstufige Elektrostate saugen Ölnebel und Rauch aus einem gekapselten Tieflochbohrautomaten ab.

Mehrstufige Elektrostate saugen Ölnebel und Rauch aus einem gekapselten Tieflochbohrautomaten ab. (Bild: Rentschler Reven GmbH)

Bei Voith Paper Rolls werden zum Beseitigen von Emissionen sechs elektrostatische Öl- und Emulsionsnebelabscheider der Rentschler Reven GmbH eingesetzt.

SERSHEIM (rm). Der Stromverbrauch wird bei der Auswahl der Öl- und Emulsionsnebelabscheider oft übersehen. Dabei weichen die Fabrikate bei diesem Merkmal deutlich voneinander ab. Grund ist der unterschiedliche Luftwiderstand der Abscheideelemente.

So beträgt der Widerstandswert eines strömungsoptimierten Zyklon-Abscheiders oft nur ein Bruchteil des Wertes eines herkömmlichen Gestrickfilters oder Prallplattenabscheiders. Das schlägt sich in der Energiebilanz nieder.

Voith Paper Rolls (VPR) aus dem österreichischen St. Pölten fertigt Saugwalzen für Papiermaschinen. Die Walzen sind bis zu 15 m lang und messen im Durchmesser über 2 m. Zwei Tieflochbohrautomaten mit über 170 Spindeln bohren in jeden Walzenmantel bis zu 900 000 Löcher. Hochleistungs-Kühlschmieröl mit 80 bar Druck kühlt die Werkzeuge. Dabei entsteht eine große Menge an Ölnebel und Rauch.

Zur Beseitigung  der Emissionen verwendete VPR unter anderem zehn  Ölnebelabscheider mit je 3 kW Antriebsleistung, die nach fünf Jahren Betriebszeit ersetzt wurden. Grund waren hohe Wartungskosten und ein zu großer Energieverbrauch. Auch die Abscheideleistung genügte nicht mehr den gestiegenen Anforderungen.

Nach einem Konzept von TTS wurden die zehn Abscheider durch sechs Elektrostate von Reven ersetzt. Sie haben einen Anschlusswert von je 1,8 kW und sind mehrstufig aufgebaut: Ein Agglomerator und ein X-Zyklonabscheider fangen die groben Partikel bis 3 µm ab. Der nachgeschaltete 3-Stufen-Elektrostat beseitigt die Feinpartikel über 0,01 µm. Wegwerffilter entfallen und das abgeschiedene Öl wird in den KSS-Kreislauf zurückgeführt.

Laut Reven sind seit dem Umbau der Abscheidetechnik die Wartungs- und Ersatzteilkosten deutlich gesunken. Auch der monatliche Energieverbrauch schrumpfte um 65 % von 3 600 kWh auf 1 296 kWh.

Durch den unterschiedlichen Strombedarf können sich die Mehrkosten für ein hochwertiges System oft binnen anderthalb Jahren amortisieren. Werden bei betagten Anlagen die Filtereinsätze durch moderne Abscheideelemente ersetzt, liegen die Amortisationszeiten oft noch darunter. Der Austausch ist bei den genormten Filterabmessungen einfach machbar.