DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Bereits im abgelaufenen Quartal stammten mehr als die Hälfte der Erlöse nicht aus Deutschland. Für Hänel überraschend: “Mit einem derart hohen Auslandsanteil hätte ich nicht gerechnet”, sagte er. Im Geschäft mit größeren Solaranlagen hob Hänel Italien hervor, beim Verkauf von Komponenten seien gute Geschäft in Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland gemacht worden.

Verantwortlich für den außergewöhnlich hohen Anteil des ausländischen Geschäfts war auch der Nachfrageeinbruch in Deutschland nach der außerplanmäßigen Kürzung der Einspeisevergütung ab Juli. Nach neun Monaten verzeichnet das Unternehmen aus Sulzemoos eine Auslandsquote von gut 21% und liegt damit über dem Jahresziel von 20%.

Künftig soll der Anteil noch wachsen und Hänel setzt dabei auch auf die neuen Tochtergesellschaften in Übersee. In den USA würden frühestens im nächsten Jahr Umsätze erzielt, erklärte er. Man spreche aber dort bereits über Projekte im zweistelligen Megawatt-Bereich. “In Malaysia setzen wir auf die Einspeisevergütung, die ab Anfang 2011 für Nachfrage sorgen sollte”, hofft Hänel auf Impulse in Südostasien.

Für den Heimatmarkt ist der Mitgründer des Unternehmens dagegen weniger optimistisch. “In Deutschland wird das Kraftwerksgeschäft bereits im kommenden Jahr deutlich schwieriger werden; im Jahr 2012 muss man sehen, ob überhaupt noch etwas geht”, zeigte sich Hänel skeptisch.

Dennoch ist der Manager von den grundsätzlichen Perspektiven des Geschäfts überzeugt. “Wir planen, auch im kommenden Jahr zu wachsen und werden 2011 mehr als 2010 erreichen”, sagte er voraus. Schon für dieses Jahr hat sich das Unternehmen viel vorgenommen. Der Umsatz soll auf 660 Mio bis 700 Mio Euro steigen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern zwischen 36 Mio und 40 Mio Euro liegen, wie Hänel im Gespräch bekräftigte.

Nach neun Monaten ist das Ziel insbesondere beim EBIT nicht mehr weit entfernt, welches sich Ende September auf 31,2 Mio Euro summierte. Beim Umsatz ist der Abstand zur avisierten Spanne bei derzeit knapp 460 Mio Euro Erlösen größer. “Es wird schwer, den angestrebten Umsatzkorridor in diesem Jahr zu überschreiten”, sagte Hänel. Den Vorjahresumsatz von 473 Mio Euro hat Phoenix nach drei Quartalen aber fast erreicht.

Gerade weil das Wachstum in diesem Jahr so groß ist und Phoenix auch künftig zulegen will, zeigte Hänel Unverständnis über die schwache Kursentwicklung der Aktie. “Der aktuelle Aktienkurs ist überhaupt nicht nachvollziehbar”, sagte er. Seit Beginn des Jahres hat das Papier rund 40% an Wert verloren und notiert bei knapp 27 Euro. Hänel glaubt, dass die Anleger eine zu große Abhängigkeit vom deutschen Markt befürchteten. “Wenn die Investoren erkennen, dass wir auch fähig sind, im Ausland gute Geschäfte zu machen, dann wird die Attraktivität der Aktie wieder steigen”, hofft er.