FRANKFURT (Dow Jones/rm). Mit einem Plus von 5,9% auf 2,84 EUR ist die Aktie des Unternehmens am Freitagvormittag der größte Gewinner im sehr schwachen TecDAX.

Das im August vergangenen Jahres gestartete Restrukturierungsprogramm sei erfolgreich abgeschlossen, erklärte das Thalheimer Unternehmen. Auch die Refinanzierung hält die Q-Cells SE für gesichert. Mit einer Kapitalerhöhung, der Ausgabe einer Wandelanleihe und dem teilweisen Rückkauf einer 2012 fälligen Wandelanleihe hat das Unternehmen seine Refinanzierung zunächst gesichert. “Wir werden zum Jahresende liquide Mittel von mehr als 400 Mio EUR haben”, sagte Vorstandsvorsitzender Nedim Cen während einer Telefonkonferenz.

Mit 401,6 Mio EUR Umsatz gelang es dem im TecDAX notierten Unternehmen von Juli bis September, seine Einnahmen mehr als zu verdoppeln. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf plus 36,7 Mio EUR von minus 105,0 Mio EUR. Nach neun Monaten ergibt sich damit ein EBIT von 54,6 Mio EUR.

Beim Ergebnis der fortzuführenden Geschäftsbereiche nach Steuern erzielte Q-Cells im dritten Quartal ein Plus von 13,3 Mio EUR, nachdem im Vorjahresquartal noch 113,7 Mio EUR Verlust angefallen waren. Damit übertraf Q-Cells die Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten erheblich, die im Mittel mit einem Umsatz von 364 Mio EUR und einem EBIT von 27,2 Mio EUR gerechnet hatten.

Aufgrund der Belastungen aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen fiel unter dem Strich ein Fehlbetrag von 19,9 Mio EUR an. Im Vorjahresquartal hatte Q-Cells allerdings noch einen Nettoverlust von 218,3 Mio EUR ausgewiesen.

“Die Restrukturierung trägt weiter Früchte. Allerdings werden eine umfassende Kostenkontrolle sowie die enge Überwachung von Investitionen und unserer Liquiditätsposition weiterhin im Fokus stehen”, sagte Cen. Zentrale Aufgaben der kommenden Jahre seien die weitere Internationalisierung des Unternehmens und die Senkung der Kosten. “Wir müssen unsere Abhängigkeit von Deutschland und Kernmärkten wie Italien reduzieren”, forderte Cen. Dabei setzt Q-Cells insbesondere auf Nordamerika.

Auch die Produktion in Malaysia soll Q-Cells bei der Internationalisierung und Kostensenkung helfen. Nach Angaben von Q-Cells hat im dritten Quartal die Fertigung von Solarzellen in Malaysia erstmalig das Produktionsvolumen in Deutschland übertroffen.

Q-Cells, die einst allein auf die Herstellung von Solarzellen gesetzt hat, will sich zum Komplettanbieter für die Solarbranche wandeln. Den Kunden will das Unternehmen die komplette Palette von den Solarzellen bis hin zu Systemlösungen aus einer Hand bieten. Dazu führe das Unternehmen derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern, sagte Cen, der sich zu Einzelheiten nicht äußern wollte.

Das kommende Jahr “wird deutlich schwieriger als 2010″, warnte Cen vor dem Hintergrund der 2011 bevorstehenden Kürzung der Solarförderung in Deutschland. Q-Cells könne jedoch eine gewisse Reduzierung der Preise verkraften. Konkreter wollte der Vorstandsvorsitzende bei seinem Ausblick für das kommende Jahr nicht werden. 2010 wächst der Weltmarkt laut Q-Cells um 50%, während das Unternehmen für das kommende Jahr nur noch mit einer prozentual zweistelligen Wachstumsrate für die weltweiten Photovoltaik-Neuinstallationen rechnet.

Für das laufende Jahr zeigte sich Q-Cells nun optimistischer als zuletzt. Nachdem nach neun Monaten Erlöse von 967,3 Mio EUR erzielt wurden, hält das ostdeutsche Unternehmen einen Umsatz von über 1,3 Mrd EUR für erreichbar. Für das vierte Quartal zeigte sich Cen, der angesichts der anstehenden Kürzung der Solarförderung auch mit gewissen Vorzieheffekten rechnet, “verhalten optimistisch”. Für das Gesamtjahr stellt Q-Cells nun ein EBIT von 75 Mio bis 80 Mio EUR EBIT in Aussicht, nachdem bislang lediglich ein positives operative Ergebnis vorhergesagt wurde.