DÜSSELDORF (Dow Jones/rm). Sowohl das politische Umfeld als auch die Marktlage spielen dem Essener Versorger nicht in die Karten. Die Kernfrage im nächsten Jahr wird deshalb sein, wie sich der DAX-Konzern auf den Gegenwind einstellt – mit verschärften Sparanstrengungen und der Trennung von unrentablen Geschäftsbereichen, oder mit der Verlagerung ins nichteuropäische Ausland.

Problem Nummer eins: Die gewünschte Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke hat die Branche vom Gesetzgeber bekommen. Das lässt sich die Politik mit der Brennelementesteuer aber gut bezahlen. Der Gewinn der RWE AG wird allein dadurch um über 600 Mio EUR pro Jahr schrumpfen. Problem Nummer zwei: Strom- und Gaspreise verharren seit der Wirtschaftskrise auf niedrigem Niveau.

Schon im August hatte der Konzern deshalb die angekündigten mittelfristigen Wachstumsziele auf den Prüfstand gestellt. Auf der Bilanzpressekonferenz im Februar will der Konzern Klarheit schaffen, wie es weitergeht. Dann könnten neben dem bereits veräußerten Gasnetz und dem Teilverkauf des Stromnetzes weitere Teile abgestoßen werden. Die Konkurrenz von E.ON verschlankt sich ebenfalls drastisch – und will künftig außerhalb Europas wachsen.