MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Rund 100 Mio Euro investiert der Münchener Technologiekonzern in neue Fabriken in China, den USA und Kanada, wie das DAX-Unternehmen am Freitag mitteilte. Zudem will Siemens neue Anlagen in Großbritannien, Indien und China errichten sowie ein Gemeinschaftsunternehmen für Windturbinen-Komponenten für den russischen Markt eingehen.

Derzeit hat Siemens sieben Produktionsstandorte in drei Ländern. “In zwei bis drei Jahren werden wir über zwölf Fabriken für Windenergieanlagen in sieben Ländern verfügen”, sagte René Umlauft, der die Division für Erneuerbare Energien bei der Siemens AG leitet. Dow Jones Newswires hatte Ende Oktober bereits aus Kreisen über die geplante Aufstockung der weltweiten Produktionsstandorte berichtet.

Auch den Auftragsbestand von rund 10 Mrd Euro im Windgeschäft bestätigte Siemens am Freitag. “Mit einem Rekord-Auftragsbestand von mehr als 10 Mrd Euro und dem schnellen Ausbau unseres internationalen Fertigungsnetzes sind wir bestens aufgestellt, um bis 2012 einer der drei weltweit führenden Anbieter für Windenergieanlagen zu werden”, sagte Wolfgang Dehen, Vorstandsvorsitzender des Energiesektors.

Im kommenden Jahr sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr deutlich angehoben werden. “Unser Ziel ist es, mit dem Windstrom mittelfristig komplett konkurrenzfähig zu den fossilen Energieträgern zu werden”, sagte Umlauft.

Siemens sieht im Windmarkt immense Wachstumschancen. “Der Weltmarkt für Windenergie soll von derzeit rund 30 Mrd Euro jährlich auf 216 Mrd Euro im Jahr 2030 wachsen. Insbesondere in den USA und in China sehen wir für Siemens großes Potenzial”, sagte Energievorstand Dehen. Allein China wolle bis 2020 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 150.000 Megawatt (MW) in Betrieb nehmen. Das entspreche dem Dreifachen der aktuell in ganz Europa installierten Windenergieleistung.