Siemens übernimmt für 860 Mio dänische Kronen (115  Mio Euro) 49 Prozent der Anteile an dem dänischen Anbieter von Dienstleistungen für den Bau von Offshore-Windparks A2SEA A/S. MÜNCHEN (ks). Mehrheitsaktionär der Gesellschaft bleibt der dänische Energieversorger DONG Energy, von dem Siemens die Anteile übernimmt. A2SEA mit Sitz in Fredericia, Dänemark, beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Ziel des Engagements von Siemens ist es, die Industrialisierung der Offshore-Windenergie weiter voranzutreiben. A2SEA wird nun die Möglichkeit zum Ausbau seiner Installationskapazität haben.

Siemens ist eigenen Angaben zufolge Marktführer im schnell wachsenden Offshore-Markt. “Mit unserer Investition in A2SEA unterstreichen wir unser Engagement in der Offshore-Windenergie”, sagte Wolfgang Dehen, CEO von Siemens Energy. “Unser Ziel ist es, einen wichtigen Beitrag zur Industrialisierung in diesem Bereich zu leisten. Zusammen mit Siemens ist A2SEA nun in der Lage, genau an die spezifischen Anforderungen bei der Installation von Offshore-Windparks angepasste Schiffe zu bauen. Über eine Optimierung der Schiffe und der Prozesse werden wir höhere Effizienz, kürzere Errichtungszeiten und größeren Kundennutzen erreichen”, sagte Dehen.

“Ich freue mich sehr darüber, dass sich Siemens als Minderheitsaktionär an A2SEA beteiligt”, sagte Niels Bergh-Hansen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von DONG Energy und Aufsichtsratsvorsitzender von A2SEA. “Durch die Zusammenarbeit mit Siemens wird das Unternehmen A2SEA gestärkt. Dies ist ein weiterer Schritt, um den Kunden des Unternehmens einen ausgezeichneten Service bei der Installation von Offshore-Windparks anzubieten.”

Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2010 vorgesehen. Den Kaufpreis wird Siemens in zwei Raten in den Jahren 2010 und 2011 gezahlt werden, so das Unternehmen.

Für Europa wird das Potential der Windenergienutzung auf dem Meer auf über 100 Gigawatt veranschlagt. Dies entspricht etwa zwei Drittel der in Deutschland installierten Stromerzeugungsleistung. Derzeit werden nur etwa zwei Prozent dieses Potenzials genutzt, so Siemens. Heute ist Großbritannien der mit Abstand wichtigste Offshore-Markt, aber auch in Deutschland gewinnen Projekte auf dem Meer an Fahrt. In Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Italien, Finnland und Norwegen wird ebenfalls über die Windenergienutzung auf dem Meer nachgedacht. “Außerhalb Europas sehen wir ebenfalls gute Chancen für Offshore-Windenergie – vor allem in China in den Flachwasserzonen vor den küstennahen Verbrauchszentren sowie in den USA. Dort haben wir mit dem Projekt Cape Wind, für das Siemens als Lieferant ausgewählt wurde, bereits den Markteintritt vollzogen”,  sagte Dehen.