Mit der Technik der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) lassen sich große Strecken

Mit der Technik der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) lassen sich große Strecken verlustarm überbrücken (Bild: Siemens AG).

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Der Auftragswert für das Unternehmen beträgt rund 250 Mio Euro. Ab 2013 sollen zwei Langstrecken-Stromverbindungen die küstennahe Wirtschaftsregion Guangdong in Südchina mit Wasserkraft aus dem Landesinneren versorgen. Auftraggeber ist die China Southern Power Grid Co, Guangzhou.

Die Komponenten sind für die beiden HGÜ-Projekte “Nuozhadu-Guangdong” und “Xiluodu-Guangdong” geplant. Nuozhadu-Guangdong wird eine Leistung von 5000 Megawatt (MW) mit einer Übertragungsgleichspannung von ± 800 Kilovolt (kV) in die Magacities der Region Guangdong übertragen, Xiluodu-Guangdong insgesamt 6400 MW bei ± 500 kV. Die Inbetriebsetzung der Anlagen ist für 2013 vorgesehen, wie Siemens mitteilte.

Der Strom wird von großen Wasserkraftwerke wie Nuozhadu und Xiluodo im Südwesten Chinas erzeugt und über die beiden neuen HGÜ-Anlagen in die Großstädte Guangzhou, Jiangmen, Dongguan und Shenzhen verlustarm übertragen. Allein das Wasserkraftwerk Xiluodo wird nach seiner Fertigstellung 2013 eine Gesamtkapazität von 12.600 MW haben und wäre damit das zweitgrößte Wasserkraftwerk Chinas. „Mit einer 800-kV-HGÜ-Anlage der Superlative, die als weltweit erste ihrer Art Ende 2009 in Betrieb ging, haben wir in China bereits neue Maßstäbe für die energieeffiziente Übertragung großer Mengen umweltfreundlich erzeugten Stroms über weite Entfernungen gesetzt. Diese Maßstäbe werden wir auch bei den beiden neuen Projekten anlegen“, sagte Udo Niehage, CEO der Power Transmission Division im Siemens-Sektor Energy.

Für die 800-kV-HGÜ-Bipolanlage Nuozhadu-Guangdong liefert Siemens zusammen mit chinesischen Partnern die Stromrichterventile mit direkt lichtgezündeten Leistungsthyristoren sowohl für die Sendestation in Puer in der Provinz Yunnan sowie für die 1451 Kilometer entfernte Empfangsstation in Jiangmen, in der Provinz Guangdong, südöstlich von Guangzhou. Weiter gehören zum Auftragsumfang Schlüsselkomponenten für die HGÜ-Leittechnik, die 800-kV-Komponenten für die Gleichstromschaltanlage der Stationen sowie die Lieferung von acht 800-kV-Stromrichtertransformatoren aus dem Transformatorenwerk in Nürnberg.

Bei dem HGÜ-Projekt Xiludo-Guangdong handelt es sich um eine doppelte 500-kV-Bipolanlage mit einer Übertragungsleistung von zweimal 3200 MW. Dafür liefert Siemens, ebenfalls zusammen mit chinesischen Partnern, die Stromrichterventile für die Sendestation in Zhaotong, in der Nähe des Xiluodu-Wasserkraftwerkes in der Provinzregion Yunnan/Sichuan und die Empfangsstation im 1286 Kilometer entfernten Conghua bei Guangzhou. Zudem liefert Siemens wichtige Komponenten zur Ausrüstung des Gleichstromteils der Anlage.

Beim Bau von HGÜ-Anlagen mit einer Übertragungsgleichspannung von zirka 800 kV hat Siemens in China bereits Erfahrung. Ende Dezember 2009 nahmen Siemens und China Southern Power Grid den ersten Pol einer HGÜ-Anlage in Betrieb. Mit einer Übertragungsleistung von 5000 MW und einer zu überbrückenden Distanz von über 1400 Kilometer war die HGÜ-Verbindung “Yunnan-Guangdong” laut Siemens die zu dieser Zeit leistungsstärkste HGÜ-Anlage, die weltweit realisiert worden war. Gleichzeitig war sie die erste HGÜ-Verbindung weltweit, die mit einer Übertragungsgleichspannung von ± 800 kV in Betrieb genommen wurde.