FRANKFURT (Dow Jones/FTD/rm). Wie die “Financial Times Deutschland” (FTD – Montagausgabe) berichtet, will die Solarbranche mit diesem Schritt eine weitere Kostenexplosion vermeiden, da diese mittelfristig das gesamte System der Ökostromförderung gefährden würde.

Wenn im Frühjahr mehr Solaranlagen gebaut würden als gewünscht, solle die Einspeisevergütung schon im Sommer sinken, um das Wachstum zu bremsen. “So können wir der Politik versprechen, dass wir entweder weniger oder billiger bauen”, zitierte die FTD einen Branchenvertreter. In der Bundesregierung werde bereits nach geeigneten Wegen gesucht, das Gesetz möglichst schnell durch den Bundestag zu bringen.

Nach Schätzungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) gingen 2010 in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 7.000 bis 8.000 Megawatt ans Netz. Der Ausbau der Solarenergie wird mit der Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) von jedem Haushalt mitfinanziert, während die Produzenten für Strom aus erneuerbaren Energien eine gesicherte Einspeisevergütung erhalten. Zum 1. Januar stieg die EEG-Umlage um rund 70% auf 3,53 Cent je Kilowattstunde (kWh). Die Stromkonzerne hatten ihre Tariferhöhungen zum Jahreswechsel mehrheitlich mit gestiegenen Kosten für die EEG-Umlage begründet.

Bereits Mitte Dezember hatte BSW-Präsident Günther Cramer im ZDF-Magazin WISO gesagt, die Branche habe sich auf eine Zubaurate von 3.000 bis 5.000 Megawatt geeinigt. Mit dieser jährlichen Wachstumsrate könne bis zum Jahr 2020 10% der elektrischen Energie in Deutschland von Solaranlagen erzeugt werden, ohne dass die EEG-Umlage zu stark steige.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte vergangene Woche für die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2012 weitere Kürzungen der Solarförderung angekündigt. “Gerade die Kosten, die die Verbraucher für Strom aus Photovoltaik tragen müssen, dürfen nicht durch die Decke gehen”, erklärte Brüderle.