Von Martin Rapp, Dow Jones

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Robert Schramm, Analyst bei der Commerzbank, ahnt schon jetzt die nächste Prognoseanhebung. Die bisher geltende behielt das Unternehmen am Freitag zunächst bei. Der Niestetaler TecDAX-Unternehmen übertraf in den Monaten Januar bis März die Wachstumserwartungen und erzielte zum Jahresauftakt Rekordwerte. Die Erlöse vervierfachten sich auf 339 Mio Euro. SMA selbst hatte Ende März einen Zielkorridor von 310 Mio bis 330 Mio Euro ausgegeben, letzteren Wert hatten auch die von Dow Jones Newswires befragten Analysten geschätzt. Knapp zwei Fünftel des Geschäfts machte SMA im Ausland.

SMA stellt Wechselrichter her, die bei Photovoltaik-Anlagen den entstehenden Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. Die Geräte sind somit wesentlicher Bestandteil dieser Art von Stromerzeugung und das Unternehmen sieht sich mit einem Anteil von 40% als weltweiter Marktführer.

Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verblieben zum Jahresauftakt über 27% des Umsatzes bei SMA bzw 92,4 Mio Euro, das Fünfzehnfache des Vorjahreswertes. Das Konzernergebnis lag mit 66,6 Mio Euro wie das EBIT über den Schätzungen und deutlich über dem Vorjahreswert.

Auch zu Beginn des zweiten Quartals treibt laut SMA die zur Jahresmitte anstehende Absenkung der Einspeisevergütungen für Solaranlagen die Nachfrage. Allerdings werde die geplante Produktionsausweitung durch Lieferengpässe wichtiger Lieferanten aus der Halbleiterindustrie gehemmt, klagte das Unternehmen erneut. Die Situation soll sich aber in der zweiten Jahreshälfte wieder verbessern, erwartet SMA.

An der Prognose für das Gesamtjahr 2010 hält das TecDAX-Unternehmen fest. Es will den Umsatz auf 1,1 Mrd bis 1,3 Mrd Euro steigern, die Marge vor Zinsen und Steuern soll zugleich leicht auf 20% bis 23% zurückgehen. Im Jahr 2009 hatte der Umsatz 934 Mio Euro und die Marge über 24% betragen.

Commerzbank-Analyst Robert Schramm sieht das Unternehmen auf gutem Weg, die Investoren schon bald mit einer Anhebung der Jahresziele zu erfreuen. Die Ergebnisse des ersten Quartals lägen über allen Schätzungen, sowohl der des Unternehmens wie seiner eigenen und der der Analysten, erklärte Schramm.

Zum Halbjahr dürften seiner Meinung nach bereits über drei Viertel des bislang von Analysten erwarteten Jahres-EBIT eingegangen sein. Schramm erwartet nicht nur, dass nun die professionellen Beobachter ihre Schätzungen anheben. Er glaubt auch, dass das Unternehmen selbst bei Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im August die Prognose erhöht.

Das wäre nicht ungewöhnlich. Im schleppend angelaufenen Vorjahr traute sich das Unternehmen erst im August überhaupt einen Ausblick zu. Die zum Jahresende hin deutlich an Fahrt gewinnende Nachfrage sorgte dann Ende Oktober für eine Prognoseanhebung, der gut drei Wochen später die nächste folgte. In der Endabrechnung erwies sich dann auch diese als Makulatur – weil SMA sie übertraf.