Flexible Undercarriage-Bühne: Vom Bug bis zum Fahrwerk besteht die Arbeitsfläche aus acht

Flexible Undercarriage-Bühne: Vom Bug bis zum Fahrwerk besteht die Arbeitsfläche aus acht Einzelsegmenten, die miteinander verbunden werden können. (Bild: Günzburger Steigtechnik GmbH)

Günzburg (rm). Von den beiden gelieferten sogenannten Undercarriage-Bühnen deckt eine den Bereich vom Flugzeug-Bug bis zu den Tragflächen ab, die andere den Bereich von den Tragflächen bis zum Heck. Beide Bühnen bestehen aus acht Einzelelementen. Eine fahrbare und höhenverstellbare Arbeitsbühne für Arbeiten am Fahrwerk zählte ebenfalls zum Auftragsumfang.

Die Aluminium-Sonderkonstruktionen ergänzen eine von zwei neuen Dockanlagen, die im Hangar für Airbus-Langstreckenflugzeuge fest installiert wurden.

Mit Hilfe der Wartungstechnik aus Günzburg können die Servicetechniker nun auf einer Gesamtfläche von 150 m2 am Flugzeugrumpf arbeiten, und das bis zu einer maximalen Arbeitshöhe von über 5 m. Damit ist jeder Punkt des Flugzeugrumpfes erreichbar. Die Bühnen aus Aluminium sind deutlich leichter als vergleichbare Stahlkonstruktionen und lassen sich daher von einem oder von zwei Mitarbeitern verfahren, so Lufthansa Technik. Das unterstützt ein schnelles Eindocken der Flugzeuge. Bei einer Stahlkonstruktion wären mindestens fünf Mann für das Verschieben der Bühnen nötig – und es würde länger dauern.

Die Wartungsteams in Malta führen mit den Bühnen in erster Linie die so genannten C- und D-Checks an den A330- und A340-Maschinen durch. Ein C-Check beinhaltet die detaillierte Inspektion der Flugzeugstruktur und einen gründlichen Test der Systeme mit teilweiser Freilegung der Verkleidung. Der Test erfordert etwa 5 000 Arbeitsstunden, die Maschinen stehen dafür ein bis zwei Wochen im Hangar. Der aufwändigere D-Check kommt einer Generalüberholung des Flugzeuges gleich und umfasst bis zu 50 000 Arbeitsstunden. Er kann bis zu fünf Wochen dauern und mehrere Millionen Euro kosten.

Kernstück der Dockanlage aus Günzburg sind die beiden Undercarriage-Bühnen mit ihren jeweils acht Einzelmodulen. Diese lassen sich einfach verfahren und bei Bedarf mit Hilfe von üblichen Schnellverbindern fest miteinander verbinden. Dabei wird vorne, also vom Bug bis zum Fahrwerk, eine Gesamtlänge von 20 m und hinter dem Fahrwerk bis zum Heck eine Gesamtlänge von 17 m erreicht.

Die drei hinteren Bühnen am Heck sind über Spindeln höhenverstellbar. Die einzelnen Segmente sind jeweils 2 m lang, 4 m breit und in der nicht höhenverstellbaren Ausführung zwischen 2,20 und 2,50 m hoch. Die drei höhenverstellbaren Module am Heck lassen sich bis auf 3,40 m ausfahren. Der Zugang auf die Plattformen erfolgt über eine Treppe mit 45°-Neigung. Alle Einzelmodule haben jeweils vier Lenkrollen.

Damit die Mitarbeiter der Lufthansa Technik auch rund um das Fahrwerk flexibel arbeiten können, wurde bei der mobilen Fahrwerksbühne (Arbeitsfläche 4 500 x 2 500 mm) für das Main Landing Gear in der Plattformmitte die Fläche von 500 x 1 300 mm aus der Hauptplattform ausgespart.

Weil die Techniker auch an den höher gelegenen Stellen des Fahrwerks und im Fahrwerksschacht arbeiten müssen, befindet sich an beiden Seiten der Hauptplattform jeweils eine weitere Plattformebene. Die Hauptplattform kann über einen Spindelantrieb manuell von 3 020 mm bis auf maximal 3 800 mm ausgefahren werden. Der Aufstieg erfolgt über eine Plattformtreppe.