Diese Absaugung nimmt die beim Edelsteinschleifen entstehenden Wasseraerosole und mit ihnen die

Diese Absaugung nimmt die beim Edelsteinschleifen entstehenden Wasseraerosole und mit ihnen die Staubpartikel zuverlässig auf. (Bild: Ruwac-Industriesauger GmbH)

Als Beitrag zum Gesundheitsschutz in Betrieben, die Edelsteine bearbeiten, hat die Ruwac Industriesauger GmbH eine Möglichkeit zum Absaugen von Wasseraerosolen und den darin gebundenen Staubpartikeln entwickelt.
MELLE-RIEMSLOH (rm). Der beim Bearbeiten von Edelsteinen entstehende Staub wird häufig durch Wasser gebunden und abgeführt. Das führt aber nicht zu einer vollständigen Neutralisierung des Staubes. Denn bei den Bearbeitungsvorgängen werden Wasseraerosole freigesetzt, die feinste Staubpartikel enthalten und die der Anwender einatmet. Während der menschliche Körper die Aerosole problemlos abbauen kann, verbleiben die Staubpartikel zum Teil im Atemzentrum und können je nach Größe sogar bis in die Blutbahn gelangen.

Deshalb sollten die Aerosole schon während der Entstehung abgesaugt und einschließlich der Feinstaubanteile neutralisiert werden. Diese Anforderung ließ sich jedoch bislang schwer realisieren. Nun hat Ruwac eine entsprechende Lösung entwickelt, die auf dem Industriesauger DS 1400 basiert.

Das Gerät, das sich wegen seiner modularen Bauweise an individuelle Anforderungen anpassen lässt, ist mit einem zweistufigen Filtersystem ausgerüstet. Als Hauptfilter dient ein Filter der Staubklasse M, der einen Abscheidegrad von mindestens 99,9 % aufweis, bezogen auf eine Partikelgröße von 0,5 bis 2,0 µm.

Das Filter ist groß dimensioniert, um eine langsame Anströmung der Saugluft und der darin enthaltenen Stoffe zu erzielen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die hohe Abscheideleistung. Zudem ist das Filter unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Flüssigkeiten.
Um die restlichen 0,1 % nahezu vollständig und sicher zurückhalten zu können, durchströmt die abgesaugte, aerosolhaltige Luft nach dem Hauptfilter ein weiteres Filter, das einen Abscheidegrad von mindestens 99,995 % bei 0,2 µm erreicht. Dies entspricht der Reinraumklasse H 14. Der Sauger erfüllt damit die Anforderungen, die gemäß DIN EN 60335-2-69, Anhang AA, an die Staubklasse H gestellt werden. Somit kann die Reinluft in die Arbeitsräume zurückgeführt werden.

Der erste Sauger dieser Art wurde auf Initiative eines Edelstein-Gravurbetriebs in der Schmuck- und Edelsteinstadt Idar-Oberstein gebaut und für den speziellen Einsatzfall optimiert. Ein wichtiges Bauteil dieser anwendungsspezifischen Absauglösung ist die Erfassungsdüse. Sie wurde so gestaltet, dass sie die Aerosole nahezu vollständig erfasst und zuverlässig abführt.

Messungen, die das Institut für Arbeitsschutz (IFA, früher BGIA) beim Anwender durchgeführt hat, bestätigen die Wirksamkeit der Absaugung. An drei verschiedenen Arbeitsplätzen der Schleiferei wurde jeweils über eine ganze Schicht die Schadstoffexposition des Bedieners gemessen. Dabei berücksichtigte man die einatembare Fraktion der Wasseraerosole und auch die alveolengängige (lungengängige) Fraktion, die durch die Lunge in die Blutbahn gelangen könnte.

Bei allen Messungen lagen die ermittelten Werte unterhalb der Nachweisgrenze. Keiner der analysierten Gefahrstoffe konnte in der Luft am Arbeitsplatz nachgewiesen werden. Weitere Maßnahmen zur Minimierung der inhalativen Exposition sind daher nicht erforderlich.