BERLIN (Dow Jones/rm). “Wir gehen davon aus, die Marke des Vorjahres nicht ganz erreichen zu können”, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), am Donnerstag in Berlin. Für das Gesamtjahr erwartet der BWE 1.900 MW neu installierter Leistung. Im vergangenen Jahr waren 952 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.917 MW neu aufgestellt worden.

Der nationale Zubau sei im ersten Halbjahr 2010 hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Albers. Insgesamt seien in den ersten sechs Monaten 2010 in Deutschland 332 Anlagen mit zusammen fast 660 Megawatt (MW) Leistung installiert worden. Ein sehr langer und ungewöhnlich strenger Winter habe zahlreiche Aufstellungen von Windrädern ins Jahr verschoben, sagte Albers.

Neuen Schwung für die Windenergie an Land erwartet der BWE-Präsident von geplanten neuen Flächenausweisungen in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und jetzt auch Nordrhein-Westfalen. Zusätzliche Impulse werde zudem das Offshore-Geschäft bringen. Der BWE rechnet im laufenden Jahr mit 150 MW neu installierter Offshore-Leistung in Deutschland.

Insgesamt sind Mitte 2010 in Deutschland 21.334 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 26.386 MW installiert.

Auch für den Windenergie-Weltmarkt rechnen der BWE und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im laufenden Jahr damit, die Vorjahresmarke nicht ganz zu erreichen. “Wir gehen in 2010 von einem Weltmarktvolumen von 38.000 MW aus”, sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Im Jahr 2009 waren es 38.343 MW.

Die Verringerung sei im Wesentlichen auf den Einbruch des US-Marktes zurückzuführen, auf dem in den ersten sechs Monaten lediglich 1.300 MW Windenergieleistung ans Netz gegangen seien. “Mit dieser Halbjahresbilanz aus den USA müssen wir 2010 (in den USA) von einem Rückgang um fast die Hälfte im Vergleich zu 2009 ausgehen”, sagte Herdan.