Thorsten Dirks

Thorsten Dirks: "Die Softwarehäuser profitieren davon, dass derzeit die gesamte Wirtschaft auf digitale Geschäftsmodelle umstellt." - Bild: Telefonica

| von Gunnar Knüpffer
Aktualisiert am: 12. Mai. 2020

Die Umsätze wachsen um 1,7 Prozent verglichen zum Vorjahr auf 160,2 Milliarden Euro. Diese Prognose veröffentlichte der Digitalverband Bitkom.

"Treiber des erfreulichen Wachstums ist das Softwaregeschäft, das um mehr als sechs Prozent zulegen kann", sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. "Die Softwarehäuser profitieren davon, dass derzeit die gesamte Wirtschaft auf digitale Geschäftsmodelle umstellt." Entsprechend positiv ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Nachdem 2015 bereits 23 000 neue Arbeitsplätze in den ITK-Unternehmen geschaffen wurden, werden der Prognose zufolge in diesem Jahr erneut 20 000 zusätzliche Jobs entstehen. "Mit 1,022 Millionen Beschäftigten festigt die Bitkom-Branche ihre Position als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber, nur knapp hinter dem Maschinenbau, aber deutlich vor anderen Leitbranchen wie der Automobilindustrie oder der chemischen Industrie", so Dirks.

Die Informationstechnologie wird der Prognose zufolge 2016 um 3 Prozent auf 83,5 Milliarden Euro zulegen. Dabei gewinnt der Softwarebereich mit einem Plus von 6,2 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro am stärksten. Das Geschäft mit IT-Dienstleistungen, zu dem auch das Projektgeschäft und die IT-Beratung gehören, wächst um 2,7 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro. Die Umsätze mit IT-Hardware steigen leicht um 0,8 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro.

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TK-Markt deutlich stärker gewachsen als erwartet

Für die Telekommunikation erwartet Bitkom ein minimales Plus von 0,2 Prozent auf 67,0 Milliarden Euro. Am stärksten wachsen in diesem Segment die Umsätze mit Infrastruktursystemen, die um 2,9  Prozent auf 6,7 Milliarden Euro steigen. An dieser Stelle spiegeln sich die Milliarden-Investitionen der Netzbetreiber in den Breitbandausbau wider. Schwächer entwickelt sich das Geschäft mit TK-Endgeräten, das um 0,2  Prozent auf 11 Milliarden Euro zurückgeht.

Der Umsatz mit Smartphones wächst nach dem Rekordjahr 2015 erneut um 0,7 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Die Umsätze mit Festnetz- und Mobildiensten bleiben nach Jahren des Umsatzrückgangs 2016 voraussichtlich stabil bei 49,3 Milliarden Euro. Während die Verbraucher demnach bislang durchaus bereit sind, mehr Geld für ein Smartphone auszugeben, sinkt die Ausgabenbereitschaft bei mobilen Sprach- und Datendiensten sogar bei gleichzeitig rasant steigendem Datenvolumen. Bitkom fordert an dieser Stelle ein Umdenken: Schnelles Internet und unbegrenztes Telefonieren könne es nicht zum Nulltarif geben.

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Umsatz im Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (inklusive Unterhaltungselektronik) in Deutschland von 2007 bis 2016 (in Milliarden Euro). - Bild: Bitkom

Abwärtstrend in Unterhaltungselektronik gestoppt

In der Unterhaltungselektronik wird der Bitkom-Prognose zufolge der langjährige Abwärtstrend gestoppt. Die Umsätze steigen auch dank der Sport-Großereignisse Fußball-Europameisterschaft und Olympia leicht um 0,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr ist der ITK-Markt deutlich stärker gewachsen als erwartet. Statt um 1,9 Prozent sind die Umsätze 2015 um 2,8 Prozent gewachsen, auf 157,4 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für diesen deutlichen Anstieg war ein regelrechter Smartphone-Boom in der zweiten Jahreshälfte. Der Umsatz mit den Geräten hat um 22,1 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro zugelegt – und damit fast dreimal so stark wie erwartet.

Angesichts der weiterhin positiven Entwicklung auf dem IT-Arbeitsmarkt und 43 000 offenen und nur schwer zu besetzenden Stellen für IT-Experten forderte Dirks entschiedenere Maßnahmen zur Modernisierung des Bildungssystems. "Wir müssen in der Schule die Grundlage für die künftige Aus- und Weiterbildung schaffen", so Dirks.

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