BMW i3 Concept: Das Elektro-Auto verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und eine

BMW i3 Concept: Das Elektro-Auto verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und eine elektrische Reichweite von 130-160 km (Bild: BMW).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–”Wir setzen einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der BMW Group”, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer am Freitag vor hunderten Journalisten aus aller Welt in der Messe in Frankfurt am Main. Das Projekt sei getrieben von Pioniergeist und geballter Innovationskraft und mache ihn stolz – sowohl als Vorstandschef, aber auch als Ingenieur.

Sowohl das emissionsfreie Stadtauto i3 – bekannt geworden unter dem Arbeitstitel Megacity Vehicle – als auch der Sporthybrid i8, der auf der spektakulären Konzeptstudie Vision EfficientDynamics basiert, die die Münchener auf der IAA 2009 vorgestellt hatten, sollen ab 2013 in Leipzig vom Band rollen. Um den sächsischen Standort dafür fit zu machen, steckt BMW insgesamt 400 Mio Euro in das Werk. Der Ausbau startete Ende vergangenen Jahres. Insgesamt sollen durch die Investitionen rund 800 neue Arbeitsplätze entstehen.

BMW hatte im Jahr 2007 seine Aktivitäten rund um elektrisches Fahren und urbane Mobilitätslösungen im “project i” gebündelt. Das Megacity Vehicle i3 und der i8 sind das Ergebnis dieses Projekts, das als eines der bestgehüteten Geheimnisse des DAX-Konzerns galt. Beide Autos sind wichtige Eckpfeiler in den Plänen der Münchener, im Bereich alternativer Antriebe zu wachsen und den rigideren Emissionsvorschriften der Zukunft Rechnung zu tragen.

Als Batterie-Lieferanten für die Elektroauto-Projekte hatte BMW im Sommer 2009 SB LiMotive, ein Joint Venture von Bosch und Samsung, ausgewählt. Die Batterietechnik gilt als eine der größten Herausforderungen auf dem Gebiet der Elektromobilität. Schließlich ist die Batterie nicht nur für die Leistungsfähigkeit strombetriebener Fahrzeuge verantwortlich, sondern – und das ist wohl noch wichtiger – auch für deren Reichweite.

Eine bedeutende Rolle spielt bei Elektroautos auch der Faktor Leichtbau, da das Gewicht neben der Batteriekapazität die zweite reichweitenlimitierende Größe ist. Der Antriebsstrang bei Elektro-Fahrzeugen ist deutlich schwerer als bei Autos mit Verbrennungsmotoren.

Dieser Problematik begegnen viele Hersteller mit dem konsequenten Einsatz leichterer Materialien. So auch BMW: Das Chassis des i3 und des i8 besteht aus Aluminium, die Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die Münchener wollen dadurch das für Elektrofahrzeuge typische Mehrgewicht von 250 bis 350 Kilogramm vollständig kompensieren.

BMW kooperiert bei leichten, hitze- und korrosionsbeständigen Kohlenstofffasern mit SGL Carbon und gründete mit dem Wiesbadener Spezialisten im Frühjahr 2009 das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers. Aktuell wird ein gemeinsames Carbonfaserwerk in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington gebaut, in das beide Unternehmen insgesamt 100 Mio Dollar investieren. Zudem steckte BMW zuletzt weitere Millionen in die Werke in Landshut und Wackersdorf, wo künftig Kohlefaserplatten hergestellt werden, die dann zu Karosserieteilen für die Elektroautos weiterverarbeitet werden.

Inklusive der Komponentenfertigung investieren BMW und das Carbonfaser-Joint-Venture mit SGL insgesamt rund 530 Mio Euro in das Elektroauto-Projekt. In Summe entstehen so mehr als 1.000 Arbeitsplätze. Auch beim geplanten Ausbau des Angebots von Mobilitätsdienstleistungen meldete BMW am Freitag Fortschritte: Über die zu diesem Zweck gegründete Beteiligungsgesellschaft “BMW i Ventures” beteiligen sich die Münchener an Parkatmyhouse.

Bei Parkatmyhouse können Privatpersonen in London per Internet oder Smartphone ihren privaten Autostellplatz zeitweise vermieten. Anfang des Jahres hatte sich BMW bereits am US-Unternehmen My City Way beteiligt. Die New Yorker Gesellschaft wurde Ende 2009 von drei Gesellschaftern gegründet und bietet für mehr als 40 amerikanische Städte mobile Informationen, beispielsweise über öffentliche Verkehrsmittel und Restaurants. Weitere 40 Städte, darunter auch München, sollen folgen.