Solarzellenproduktion bei Sunways in Arnstadt: Der chinesische Solarproduzent LDK Solar bezieht

Solarzellenproduktion bei Sunways in Arnstadt: Der chinesische Solarproduzent LDK Solar bezieht schon seit längerem einen Teil seiner Zellen von dem deutschen Hersteller (Bild: Sunways AG).

von Barbara Millner, Dow Jones Newswires (aktualisierte Version von 11:10 Uhr)

KONSTANZ (Dow Jones/ks)–Anders als Wettbewerber wie Solon und Solar Millennium hat der Konzern auf diese Weise aber vielleicht Überlebenschancen. Und für die Chinesen erweist sich der Zukauf als Schnäppchen. Die chinesische LDK Solar steigt im Zuge einer Kapitalerhöhung zunächst mit ca 33% bei dem Unternehmen aus Konstanz ein und will die Gesellschaft danach vollständig übernehmen. LDK Solar werde 5,79 Mio neue Sunways-Aktien erwerben, teilte die Sunways AG mit. Das Bezugsrecht der Aktionäre sei bei der Erhöhung des Kapitals ausgeschlossen.

Für gut 1,1 Mio neue Anteile zahle LDK Solar, die unter anderem Solarzellen und Module mit multikristallinen und monokristallinen Halbleiterscheiben (Wafer) herstellt, über 2,2 Mio EUR. Die restlichen Aktien wolle LDK Solar für je 1,90 EUR in bar erwerben. Sowohl die Kapitalerhöhung als auch das öffentliche Übernahmeangebot müssen noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

Die 2005 gegründete LDK Solar hatte bereits im Sommer 2011 ein Auge auf Sunways geworfen, von der sie einen Teil ihrer Solarzellen bezieht. “Deutsches Image und deutsche Technik kombiniert mit chinesischen Lohnkosten – daraus können sie einen globalen Marktführer schaffen”, hatte Finanzvorstand Jack Lai im Juni angekündigt.

Nun kauft sich der Konzern billig ein – von ihrem Allzeithoch von 24,70 EUR im Jahr 2006 ist die Sunways-Aktie weit entfernt. Am Montag stieg sie am Morgen zwar um rund 27% bis auf 1,95 EUR, im Verlauf sank der Kurs aber unter das Gebot von 1,90 EUR. Profitiert haben von der Nachricht Q-Cells, sie gewannen rund 6%, allerdings bei sehr geringen Umsätzen.

Anhaltender Druck auf die Verkaufspreise von Photovoltaikkomponenten aufgrund von weltweiten Überkapazitäten – auch in China – setzen der gesamten Branche zu und trieben in Deutschland Solon und Solar Millennium in die Insolvenz. Sunways musste im dritten Quartal einen Einbruch des Nachsteuerergebnisses auf -8,7 Mio EUR hinnehmen. Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 2,7 Mio EUR in den Büchern. Der Umsatz sackte auf 23,3 Mio EUR von 58,3 Mio EUR. Besserung ist nicht in Sicht, für das Schlussquartal erwartet Sunways einen EBIT-Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich.

Mit Blick auf die angespannte Liquiditätslage und die schwierigen Geschäftsbedingungen scheine die Kapitalspritze von LDK Solar für Sunways das letzte Mittel zu sein, wenigstens einen Teil des Sunways-Geschäfts auf längere Sicht zu retten, urteilen Analysten von equinet. Allerdings geschehe dies zu für die aktuellen Sunways-Eigner enttäuschenden Bedingungen. Sunways bringe LDK, die mehr als 21.900 Mitarbeiter zählt und 2010 rund 2,5 Mrd USD umsetzte, einen wohlbekannten Markennamen ein. Hinzu kämen etablierte Vertriebskanäle in den europäischen Hausdach-Photovoltaik-Markt sowie eine wettbewerbsfähige Invertertechnologie für den Wohn- und Gewerbebereich.

Nach Einschätzung der Analysten von Silvia Quandt Research verleiht der Einstieg des chinesischen Unternehmens bei Sunways dem deutschen Solarsektor wieder etwas Hoffnung. Dies sei insofern bemerkenswert, als Solon und Solar Millennium kürzlich Insolvenz angemeldet hätten. Positiv schätzen die Analysten jene Unternehmen ein, die sich am Ende der solaren Wertkette positionieren und über eine sehr gute Projektpipeline verfügen, so wie solarhybrid, oder von einen guten Kundenzugang profitieren, wie SolarWorld oder Centrosolar.

(es folgt die ursprüngliche, kürzere Version von 10:47:)

Die chinesische LDK Solar will den deutschen Solarmodulbauer Sunways übernehmen. Zunächst steigen die Chinesen im Zuge einer Kapitalerhöhung mit ca 33% bei dem Unternehmen aus Konstanz ein. Dazu werde LDK Solar 5,79 Mio neue Sunways-Aktien erwerben, teilte die Sunways AG mit. Das Bezugsrecht der Aktionäre sei bei der Erhöhung des Kapitals ausgeschlossen.

LDK Solar, die unter anderem Solarzellen und Module mit multikristallinen und monokristallinen Halbleiterscheiben (Wafer) herstellt, werde für gut 1 Mio neue Aktien über 2,2 Mio Euro bezahlen. Die restlichen Aktien will LDK Solar für je 1,90 Euro in bar erwerben. Sowohl die Kapitalerhöhung als auch das öffentliche Übernahmeangebot müssen noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

Durch die Beteiligung der LDK-Gruppe an der Sunways AG könne die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen weiter gestärkt werden, schreibt Sunways. Zudem erhofften sich beide Parteien Wachstums- und Synergiepotentiale für den Photovoltaik-Markt.

LDK Solar hatte bereits im Sommer 2011 ein Auge auf Sunways geworfen, von der sie einen Teil ihrer Solarzellen bezieht.