Christoph Jäckle ist Geschäftsführer der Euroglas Verpackungsgesellschaft.

Christoph Jäckle ist Geschäftsführer der Euroglas Verpackungsgesellschaft. (Bild: Euroglas)

Wie können die Klimaziele erreicht werden und was können produzierende Unternehmen dazu beitragen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich am 11. und 12. Oktober 2022 Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie auf der Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik in Augsburg. Christoph Jäckle, Geschäftsführer der Euroglas Verpackungsgesellschaft, wird auf der Konferenz einen Vortrag halten. Sein Thema: Wie die Kundenanforderung Nachhaltigkeit in der Verpackungsbranche mit digitalen Services adressiert werden kann.

Hier erklärt er, was sein Unternehmen unternimmt, um den CO2-Fußabdruck zu senken.

Warum ist die Senkung des CO2-Ausstoßes in Ihren Augen eine so drängende Aufgabe in der Industrie?

Christoph Jäckle: Da Glas ein energie- und ressourcenintensives Material ist und bei der Herstellung, Verarbeitung und dem Transport CO2-Emissionen verursacht und das Klima sowie die Umwelt beeinträchtigt werden, müssen wir Verantwortung übernehmen und proaktiv in eine klimafreundliche und richtungsweisende Zukunft vorangehen. Die Weltgemeinschaft hat sich darauf geeinigt, dass die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius – besser noch auf 1,5 Grad – beschränkt werden muss, um katastrophale Folgen zu verhindern.

Doch die derzeitigen Zusagen der einzelnen Staaten reichen nur für eine Beschränkung der Erwärmung auf maximal vier Grad. Um diese Ambitionslücke zu schließen, bedarf es eines zusätzlichen und erheblichen Engagements von Unternehmen, sowie Bürgerinnen und Bürgern. Wir haben erkannt, dass wir als Teil des Problems auch Teil der Lösung sein müssen. Freiwillige Emissionsreduzierungen und der Ausgleich von unvermeidbaren Emissionen sind unerlässlich, um dem Klimawandel wirkungsvoll entgegenwirken zu können.

Fachkonferenz: Die CO2-neutrale Fabrik

Weltkugel mit Elementen zur Erneuerbaren Energie
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Am 11. und 12. Oktober 2022 treffen sich Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie in Augsburg, um alle relevanten Themen zur Erreichung der Klimaziele für produzierende Unternehmen zu besprechen.

 

Um diese Themen geht es unter anderem:

  • Energieversorger und ihr Beitrag zur CO2-Neutralität von Fabriken
  • Umsetzungsbeispiele zur CO2-Neutralität
  • Scope 3
  • Sektorkopplung

Highlight der Veranstaltung ist die Werksführung bei Kuka in Augsburg.

 

Alle weiteren Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: Fachkonferenz CO2-neutrale Fabrik

Welche Maßnahmen haben Sie in Ihrem Unternehmen bereits angestoßen oder umgesetzt, um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren?

Jäckle: Euroglas setzt im unmittelbaren Wirkungsfeld an: im eigenen Unternehmen und in internen Prozessen. So erzeugt unser Firmengebäude einen Großteil des verbrauchten Stroms selbst. Durch neueste Gebäudetechnik verringern wir den Energieverbrauch auf ein Minimum und setzen auf Digitalisierung. Zudem arbeitet unser Unternehmen mithilfe der Nachhaltigkeitsgesellschaft Fokus Zukunft seit 2020 klimaneutral. Mit dem Erwerb von 120 Kompensationszertifikaten haben wir 15 Tonnen CO2 je Mitarbeiter ausgeglichen, was nicht nur die geschäftlichen, sondern auch die privaten Emissionen abdeckt.

Im Jahr 2017 brachten wir mit der „kleinen Halben“ ein 0,33-l-Gebinde auf den Markt, bei dem durch umfassende Materialforschung eine Gewichtsreduzierung um knapp 25 Prozent erzielt werden konnte. Zudem reduzieren wir den Energieverbrauch und schonen Ressourcen, indem wir durch geschickte Logistikkonzepte Transportwege verkürzen, Routen zusammenlegen und regionale Partner bevorzugen.

Des Weiteren bieten wir seit Juli 2022 unseren Kunden aus dem Food-Segment, die neue Ecolution-Serie an, eine klimaneutrale sowie kosten- und gewichtsreduzierte Weiterentwicklung, zu den herkömmlichen Standard-Ölflaschen, welches um knapp 40 Prozent leichter und dadurch günstiger ist und zugleich den globalen Klimaschutz unterstützt. Als zusätzlichen Service bieten wir unseren Kunden auch ab sofort die klimaneutralen Glasverpackungen an. Hierbei haben Euroglas-Kunden die Möglichkeit, die verursachten und unvermeidbaren CO2-Emissionen, welche in der Produktion und beim Transport ihrer Glasprodukte entstehen, durch sogenannte Kompensationszertifikate auszugleichen und damit die globalen CO2-Emissionen nachhaltig zu reduzieren.

Zudem unterstützen die Euroglas-Kunden damit zugleich internationale und regionale Klimaschutzprojekte, welches zu den aktuellen globalen Zielen der Vereinten Nationen zur Förderung des nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten dienen.

"Ich spreche auf dem Kongress ‚CO2-neutrale Fabrik‘ weil ich von unserem Ansatz überzeugt bin und anderen Unternehmerinnen und Unternehmen unseren Weg aufzeigen und erklären möchte. Für mich gibt es keine größere Motivation oder höheres Lob, als für Mitstreiter in derselben Sache ein Vorbild sein zu können und somit einen Hebel weit über unsere Möglichkeiten hinaus zu aktivieren." - Christoph Jäckle, Geschäftsführer der Euroglas Verpackungsgesellschaft

Wie sieht Ihre ‚grüne Vision‘ für Ihr Unternehmen aus und wie werden Sie es erreichen?

Jäckle: Gesetzte Klimaziele erreichen, einen geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen und der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen gerecht werden: Nachhaltig richtiges, klimafreundliches Handeln bedarf Innovation und Initiative. Unser Ziel ist es, das große Nachhaltigkeitspotenzial von Glasverpackungen durch die aktive Förderungen von Mehrwegkonzepten, Gewichtsoptimierungen, innovative Strategien und Prozessoptimierungen voll auszuschöpfen.

Was an unvermeidbaren Emissionen übrig bleibt, möchten wir zusammen mit unseren Kunden möglichst zu 100 Prozent ausgleichen- das ist unsere Vision der Verpackung von Morgen: gesund, praktisch, 100 Prozent recyclingfähig und klimaschonend.

(Bearbeitet von Anja Ringel.)

Dossier Klimaneutrale Industrie - hier zum Download

Frau hält ein Tablet in der Hand und wählt auf dem Display Beiträge aus, die außerhalb des Tablets virtuell angezeigt werden
(Bild: mi connect)

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Das erwartet Sie:

 

  • Wirtschaftliche Vorteile eines klimaneutralen Unternehmens
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  • Best Practice-Cases aus der Industrie

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