Roboter Colossus im Einsatz

Der autonome Roboter Colossus der französischen Firma Shark Robotics hat im April 2019 geholfen, den verheerenden Brand in Notre-Dame zu löschen. - Bild: Maxon

| von Maxon

1. Colossus - Ein 500-Kilo-Roboter desinfiziert Hochrisiko-Umgebungen

Der 500 Kilogramm schwere autonome Roboter Colossus der französischen Firma Shark Robotics ist kein Unbekannter. Bereits im April 2019 hatte er geholfen, den verheerenden Brand in Notre-Dame zu löschen, indem er fast 3000 Liter Wasser pro Minute auf die Innenwände der Kathedrale sprühte, ohne ein einziges Menschenleben zu gefährden.

Aktuell, in der Coronavirus-Pandemie, ist der Roboter erneut im Einsatz: Um Oberflächen risikofrei desinfizieren zu können, hat sich das Bataillon de Marins-Pompiers, die Marine-Feuerwehr aus Marseille, mit zwei Colossus-Robotern ausgestattet. Die ferngesteuerten und hochmodularen autonomen Roboter sind mit 50-Liter-Tanks ausgestattet. Diese wiederum sind an Düsen angeschlossen, die Desinfektionsflüssigkeit mit Mikrospray gegen Corona versprühen. Auf diese Weise kann ein Roboter in drei Stunden bis zu 20.000 m2 desinfizieren.

Antriebstechnik: Technik vom Mars - So wird Roboter Colossus angetrieben

Extrem-Einsatz: Colossus bei der Brandbekämpfung in Notre-Dame. Bild: Shark Robotics; Ian Langsdon/Keystone

Obwohl Colossus 500 Kilo wiegt, ist er nur 78 cm breit, 76 cm hoch und 1,6 m lang. Er ist kompakt und robust und besteht vollständig aus Aluminium und Stahl für die Luftfahrt. Colossus kann Lasten von bis zu einer Tonne tragen und ist mit zwei 4000-W-Motoren und sechs Batterien ausgestattet, was einer Laufzeit von 10 bis 12 Stunden entspricht. Um die Zuverlässigkeit seines Roboters unter extremen Bedingungen zu gewährleisten, hat Shark Robotics bei der Auswahl seiner Komponenten das Fachwissen von MDP - Maxon France in Anspruch genommen. Die Motoren mussten sowohl kompakt, effizient als auch sehr energieeffizient sein, insbesondere wenn es um die Montage der motorisierten Arme von Colossus ging. Shark Robotics konzentrierte sich schnell auf Motoren, die bereits bei Explorations-Robotern zum Mars eingesetzt werden. Colossus besteht derzeit aus 19 verschiedenen Produkten von MDP - Maxon France. Weitere Informationen zum Shark Robotics-Koloss finden Sie auf der offiziellen Website: www.shark-robotics.com

2. Liefer-Roboter: So werden Pakete im Social Distancing zugestellt

Liefer-Roboter liefert Ware
Die autonomen Lieferroboter beinhalten kleine Mini-Kühlboxen und fahren auf sechs Rädern durch die Straßen. - Bild: Teleretail

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu senken, hat die Nachfrage nach berührungslosen Lieferungen weltweit stark zugenommen. Starship Technologies hat nun eine Flotte von autonomen Liefer-Robotern eingesetzt, die wie kleine Mini-Kühlboxen auf sechs Rädern durch die Straßen fahren, um Lebensmittel und andere wichtige Dinge auch in Corona-Zeiten auszuliefern. Ausgestattet mit Sensoren, einer Kamera und Hochleistungs-Motoren können die Roboter auf ihren Wegen Hindernisse erkennen und leicht umfahren. Sobald ein Roboter sein Ziel erreicht hat, wird er über eine App entsperrt, um die Bestellung abzurufen.

Antriebstechnik: Kompaktantriebe in Liefer-Robotern

Für Anwendungen mit automatisierten geführten Fahrzeugen (AGV) eignen sich Kompakt-Antriebe. Die maxon-EC Flat- und EC Frameless-DC-Motoren sowie Motoren mit integrierter IDX-Elektronik sind bei dieser Art von Anwendung beliebt.

In den USA liefern Drohnen Medikamente aus der Luft, um den Kontakt zu potenziell Coronavirus-Infizierten zu minimieren. Derzeit dürfen die gelieferten Produkte ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, und die Lieferungen sind auf einen definierten Umfang beschränkt.

Antriebstechnik: Minimaler Energieverbrauch für UAVs

Hierzu hat der Schweizer Antriebsspezialist einen neuen Antrieb speziell für UAVs (unmanned aerial vehicles) entwickelt. Dieser entspricht den strengsten Sicherheitsstandards. Der neue Antrieb verbraucht darüber hinaus nur wenig Energie und sorgt so für eine höhere Gesamteffizienz und damit eine längere Flugzeit der Roboter.

3. Coronakrise: Wie humanoide Robotik helfen kann

In mehreren Städten auf der ganzen Welt werden freundlich aussehende humanoide Roboter eingesetzt, um älteren und Corona-kranken Menschen zu helfen. Im Circolo-Krankenhaus in Italien zum Beispiel fährt ein Roboter mit Rädern zum Bett von Corona-Patienten, um Informationen über ihren Gesundheitszustand zu sammeln. In Indien bringen die Roboter Medikamente und Lebensmittel direkt ans Krankenbett. Und auch in Japan sorgte der humanoide Roboter Pepper für etwas mehr Komfort von Menschen mit leichten Symptomen: So ist der Roboter mit einem Mikrofon, einem Bildschirm und einer Telepräsenz-Anwendung ausgestattet, damit Patienten ohne Kontaminationsrisiko soziale Kontakte halten und mit ihren Verwandten kommunizieren können. Pepper informiert Patienten über Sicherheitsregeln und bietet dem Krankenhauspersonal auch Entspannungsübungen an. Assistenzlösungen wie Pepper können in der Krise aber auch in Geschäften eingesetzt werden, um Kunden anzuleiten: Ein Verkäufer steuert den Roboter dann fern und kommuniziert per Video.

Roboter Pepper in Interaktion mit Kind
Pepper ist ein Assistenz-Roboter, der unter anderem in Geschäften eingesetzt werden kann. - Bild: Aldebaran Robotics/ Maxon

Begleit-Roboter haben sich darüber hinaus auch in Einrichtungen für ältere Menschen bewährt, da sie soziale Kontakte mit der Außenwelt auch in Zeiten des Social Distancing ermöglichen. So hat ein Start-up in Nordfrankreich etwa zwanzig seiner Begleit-Roboter Cutii kostenlos zur Verfügung gestellt. Cutii bietet Altenheim-Bewohnern verschiedene Aktivitäten und ermöglicht ihnen gleichzeitig, Videoanrufe mit ihren Lieben auf dem Bildschirm. Die Roboter bieten außerdem sanfte Gymnastik, Geschichten und eine Null-Abfall-Werkstatt.

Hintergrund: Thema Gestaltungsfreiheit für Antriebe gefragt

Die einfache Integration von Antrieben in Konstruktionen wird manchmal beispielsweise durch technische Anforderungen, Temperaturmanagement oder Stromversorgung eingeschränkt. Größere Gestaltungsfreiheit ist eine Erfolgsgarantie für Entwickler von Robotersystemen, die sich der Mensch-Roboter-Beziehung widmen. Maxon arbeitet seit vielen Jahren an der Optimierung der Kompaktheit seiner Motoren und Elektronik und bietet heute auch Batteriesysteme (und BMS - Battery Management System) für Roboter an.

4. AGVs und AMRs überbrücken Transportwege

Unternehmen, die ihre Produktion rechtzeitig automatisiert haben, haben weniger Probleme mit Social Distancing. Denn: Mit vorausschauender Wartung, Fernsteuerung und Echtzeitsteuerung lässt sich die Arbeit der Bediener rund um Maschinen begrenzen.
Insbesondere Automated Guided Vehicles (AGVs) und Automous Mobile Robots (AMRs) sind in dieser Gesundheitskrise von unschätzbarem Wert. Autonom und in der Lage, schwere Lasten zu tragen, ermöglichen diese automatischen Maschinen die Begrenzung physischer Interaktionen. Ein Beispiel ist der kollaborative und unabhängige Roboter iLogistics, der vom französischen Start-up iFollow entwickelt wurde, oder auch der Roboter Skylog von Exotec.

Antriebstechnik: Anforderungen bei AGVs und AMRs

Die Gleichstrommotoren müssen kompakt und effizient sein. Maxon bietet hierzu motorisierte Räder, Batterien, Positionsregler, kompakte IDX-Laufwerke und ein Managementsystem für die mobilen Transportroboter.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Grenzen des Social Distancing während der globalen Coronavirus-Pandemie von 2020 die Tür zu vernetzten, autonomen und intelligenten Innovationen öffnen. So ist es auch in Zukunft möglich, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, Geschäftsbeziehungen aufzubauen und mehr Konnektivität und Personalisierung anzubieten. Die von maxon bereitgestellten Technologien ermöglichen es, Fernbewegungen zum Leben zu erwecken und Menschen auch über physische Distanzen hinweg sozial beieinander zu halten.