Halbierte Materialkosten: Die Bauteile dieses Wechselrichters des koreanischen Herstellers Dasstech

Halbierte Materialkosten: Die Bauteile dieses Wechselrichters des koreanischen Herstellers Dasstech kosten nur rund fünf Cent je Watt, wie eine Analyse der Zeitschrift Photon ergab.

Laut einer Photon-Analyse geraten nach den deutschen Herstellern von Solarmodulen nun die Hersteller von Wechselrichtern unter Druck durch asiatische Konkurrenten.

AACHEN (sp). Derzeit produzieren die deutschen Hersteller noch sechs von zehn Wechselrichtern, die weltweit verkauft werden. Doch diese Führungsposition ist wegen viel zu hoher Materialausgaben in Gefahr, wie eine Analyse von “Photon – Das Solarstrom-Magazin” zeigt. So gebe der Weltmarktführer SMA Solar Technology AG rund doppelt soviel Geld für die Bauteile seiner Geräte aus wie der kaum bekannte koreanische Hersteller Dasstech Co. Ltd. Besonders bedrohlich sei, dass die Koreaner nicht deshalb so kostengünstig produzieren würden, weil sie vorhandene Konzepte kopierten, sondern weil sie im Gegenteil viel Aufwand in die Entwicklungsarbeit investierten.

Die Experten des Photon-Labors haben für sämtliche 338 Bauteile eines Dasstech-Wechselrichters vom Typ Soleaf DSP-123KH die Einkaufspreise ermittelt. Dabei griffen sie auf Listenpreise für kleine Bauteil- Stückzahlen zurück. Demnach steckt in dem vergleichsweise kleinen Wechselrichter mit 3,3 Kilowatt Nennleistung Material für 172 Euro, entsprechend 5,2 Cent je Watt. Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was der Weltmarktführer SMA Solar Technology AG aus dem hessischen Niestetal an durchschnittlichen Materialkosten pro Watt in seiner Halbjahresbilanz ausweist. Die üblichen Verkaufspreise für Wechselrichter der Drei-Kilowatt-Klasse liegen bei 25 bis 40 Cent je Watt, also fünf- bis achtmal über den Materialkosten des Dasstech-Gerätes. Zudem verringern sich die für das koreanische Gerät ermittelten Materialkosten nochmals deutlich, wenn die Abnahme großer Bauteil-Mengen zugrunde gelegt wird, für die es erhebliche Mengenrabatte gibt. “Angesichts solcher Unterschiede bei den Materialkosten stehen Hersteller wie SMA vor einer großen strategischen Herausforderung”, sagt Philippe Welter, Herausgeber von Photon.

Den asiatischen Herstellern von Solarmodulen und -zellen gelang es durch bessere Kostenstrukturen, den deutschen Solarunternehmen in nur wenigen Jahren die Weltmarktführerschaft zu entziehen.