BEHRINGER Säge HBP510-923G-NAP

„Die Vorteile von automatisierten Intralogistiksystemen macht aus verschiedenen Gründen Sinn. Neben der Prozess-Sicherheit spielt auch die Sicherheit der Mitarbeiter, die Durchlaufgeschwindigkeit und natürlich die Vermeidung von Fehlern eine Rolle.“ (Christian Behringer) Bild: Behringer

Im automatisierten Stahlhandel steuert und überwacht nur eine Handvoll Mitarbeiter einen Bearbeitungsprozess, der vom Wareneingang bis zur Verladung der Fertigteile auf den LkW kaum direkten Kontakt des Personals mit Material oder Maschinen vorsieht. Bereiche von der Warenwirtschaft über die Bearbeitung und Kommissionierung bis zur Auslieferung folgen einem programmierten Prozessablauf und logischen Warenfluss: Eine Fahrstraße entlang der Hallenwand ermöglicht die Teile-Anlieferung und Einlagerung. Ohne einen Kreuzverkehr gelangen die Träger und Profile direkt ins Lager und von dort über Zufuhrrollenbahnen zu den Bearbeitungsmaschinen. Leistungsstarke Sägeanlagen in der Hallenmitte, wie die Gehrungsbandsäge HBP510-923G-NAP, trennen das Material.

Manche Teile durchlaufen danach noch eine Konservierungslinie zur Oberflächenbehandlung, andere werden nach dem Sägen umgehend verladen. Die Anarbeitung erfolgt programmgesteuert und staboptimiert. Ein Transportmanagement-System sorgt für die materialsparende Zuordnung von Ausgangslängen passend zum Auftrag sowie für den reibungslosen Warenfluss auf der Anlage. Material und Daten sind zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und ermöglichen einen maximalen Output. Markier- und Etikettier-Einrichtungen kennzeichnen das Material auftragsgemäß. Für die Rückführung von Reststücken ist ein separates Transportsystem vorgesehen, ohne den Ablauf zu stören oder zu unterbrechen. Behringer-Geschäftsführer Christian Behringer bewertet den Trend hin zu verketteten Anlagen im Stahlhandel positiv: „Die Vorteile von automatisierten Intralogistiksystemen macht aus verschiedenen Gründen Sinn. Neben der Prozess-Sicherheit spielt auch die Sicherheit der Mitarbeiter, die Durchlaufgeschwindigkeit und natürlich die Vermeidung von Fehlern eine Rolle.“

Features, die eine optimale Prozess-Sicherheit und geringe Fehlerhäufigkeit gewährleisten sind sowohl in den Maschinen selbst als auch in der optimal abgestimmten Steuerung der Anlage zu suchen. Die Gehrungsbandsäge ist in seiner robusten und verwindungssteifen Ausführung mit bandführenden Teilen aus vibrationsdämpfendem Grauguss ausgestattet. Das sorgt für lange Standzeiten der Werkzeuge und ist die richtige Wahl für den vollautomatisierten Mehrschichtbetrieb.

Aus dem Lager werden die Rohteile mittels Hallenkran auf die Querförderer der Sägelinie gelegt, vereinzelt und über eine Zufuhrrollenbahn mit Positioniereinrichtung der Maschine zugeführt. Im Anschluss an den Sägeprozess, werden die Abschnitte in zwei Richtungen auf Querförderer sortiert. Ein Abschnittgreifer selektiert die Anschnitte und kurzen Reste. Außerdem werden Kurzlängen auf Tischablagen und eventuell auch in Behälter sortiert. Je nach Materialgröße und Gewicht kommen unterschiedliche Ausführungen der Transporteinrichtungen zum Einsatz. Oftmals werde die eine oder andere Variante bevorzugt – etwa weil Erfahrungen der Anwender berücksichtigt werden. Je nach Arbeitsauftrag wird das Gutteil in die Kommissionier Zone für die Auslieferung abgelegt oder gelangt automatisch zur Oberflächenbehandlung in die Strahl- oder Lackieranlage. Markierungen und Etiketten auf den Teilen machen die Zuordnung beim Kommissionieren einfacher oder ermöglichen das Abscannen von Informationen.

Alle Materialbewegungen werden von einem zentralen Leitstand aus gesteuert. Jede Sägelinie hat allerdings ihre eigene PC-basierende Steuerung, deren Daten übergeordnet im Leitstand zusammenlaufen. An den Maschinen selber befindet sich nur noch eine Steuerung mit Funktionen für Service, Reparatur und Wartung. Hier kommen Mobile Bedienpanels zum Einsatz, die an verschiedenen Stellen an der Gesamtanlage angedockt werden können.

Sicherheit hat oberste Priorität, deshalb sind alle vollautomatisierten Anlagen von einem Schutzzaun umgeben. Treppenübergänge und erhöhte Leitstandplätze sorgen dennoch für den maximalen Überblick über den Gesamtprozess. Die Vorteile für die Mitarbeiter an der Anlage liegen auf der Hand: „Durch die Automatisierung der Warenflüsse und speziell durch die automatisierte Abschnittentsorgung werden schwere und gefährliche Arbeiten minimiert“, so Christian Behringer. Die Investition in verkettete Anlagen rechne sich auch mit Blick auf den demografischen Wandel. „Schon heute zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab, den wir mit einer weitreichender Automatisierung unserer Anlagen entschärfen können“, ergänzt er. Nicht zuletzt hinsichtlich künftiger Entwicklungen, etwa bei der Vernetzung von Maschinen untereinander, sei man mit verketteten Systemen auf dem richtigen Weg.