Der kompakte Fernüberwachungs-Router lässt sich einfach hinter der Verkleidung im Fußraum des

Der kompakte Fernüberwachungs-Router lässt sich einfach hinter der Verkleidung im Fußraum des Elektrofahrzeuges unterbringen. (Bild: Wachendorff Prozesstechnik GmbH)

Karabag überwacht im Rahmen der Produktentwicklung das Batteriemanagement seiner Elektrofahrzeuge mit einer Fernwartungslösung von Wachendorff.

Oliver Prang

Geisenheim (rm). Karabag baut neben Nutzfahrzeugen auch Pkw wie den Fiat 500 zu Elektromobilen um. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h und eine Reichweite von 140 km. Selbst bei extremer Kälte soll es kaum Reichweitenverluste geben, einem ausgefeilten Batterie-Management geschuldet.

Basis dafür ist ein umfassendes Monitoring aller Werte, die im Fahrzeug anfallen. Um diese Werte aufzuzeichnen und jederzeit von der Hamburger Werkstatt aus im Blick zu haben,  entschied man sich bei Karabag dafür, alle gebauten Elektrofahrzeuge mit einem Fernwartungssystem auszustatten. Die Entscheidung fiel pro Wachendorff, das den Fernwartungsrouter eWon mit zahlreichen Zusatzfunktionen im Programm hat.

Die robusten Geräte – wichtig beim Einsatz in Fahrzeugen, wo es zu starken Erschütterungen und Temperaturschwankungen kommen kann – werden hinter der Verkleidung im Fußraum des Beifahrers untergebracht. Durch die kompakte Bauform war das einfach möglich.

Über eine RS 232- und eine Ethernet-Schnittstelle stellt der Router eine direkte Verbindung zum Batterie-Management-System (BMS) und zum Motormanagement her.  Der Router unterstützt zahlreiche Protokolle, so dass zusätzliche Gateways nicht notwendig sind. Die anfallenden Informationen werden nicht nur protokolliert, sondern auch via GPRS bis HSUPA und eine sichere, getunnelte VPN-Verbindung ins Internet übertragen, so dass man jederzeit über jeden Browser von der Ferne darauf zugreifen kann.

Dabei werden die Daten allerdings nicht automatisch zyklisch übertragen. Vielmehr speichert der Router die Werte und bei Bedarf holen sich die Techniker in Hamburg die Daten auf den Bildschirm. Wachendorff stellt zu diesem Zweck die Plattform Talk2M bereit. Karabag hat darauf basierend eine Bedienoberfläche erstellt, mit der alle wichtigen Fahrzeugdaten mit wenigen Klicks angezeigt werden. So kann man sie systematisch  auswerten, miteinander vergleichen  und die Fahrzeuge auf diese Weise weiter verbessern.

Aber nicht nur für die Weiterentwicklung der Technik sind die gesammelten und übertragenen Daten hilfreich. Karabag erkennt zudem, wann es Zeit für die Wartung wird, oder wenn eine einzelne Zelle an Leistung verliert und ausgetauscht werden sollte. Man kann dann schon das Ersatzteil zur Werkstatt vor Ort schicken und den Anwender darüber informieren, dass ein Service-Termin ansteht.

Ein weiterer Vorteil des Fernwartungssystems: Werkstätten, die noch wenig Erfahrung mit Elektrofahrzeugen haben, können den Wagen direkt von Karabag diagnostizieren lassen. In diesem Fall holt man sich in Hamburg alle Daten des Fahrzeugs auf den Bildschirm und kann dann erkennen, wo Wartungsbedarf besteht.