Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer

MÜNCHEN (ba). Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2010 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, wird nicht erreicht, wenn die Bundesregierung nicht weitere wichtige Schlüsselprojekte auflegt. Das ist das Ergebnis eines Simulation der Verkäufe von Elektroautos und Plug-in-Hybriden des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen.

Legt man die Markteinführungsmodelle der Autobauer für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride zugrunde, werden im Jahr 2020 weltweit 6,2 Mio dieser Fahrzeuge verkauft. Da in Deutschland der Ausbau von Mega-City-Projekten sowie die Industrieforschung in wichtigen Zweigen wie etwa der Batterieentwicklung und im Carbon-Leichtbau deutlich zu gering gefördert werden, kommt die Elektromobilität in Deutschland langsamer ins Laufen als in anderen Ländern.

Nach Hochrechung des Direktors des CAR-Center Automotive Research, Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer,werden bis zum Jahr 2020 weniger als 600 000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren – weit weniger also als die von der Regierung geplanten 1 Mio Elektrofahrzeuge. Eine zu zaghafte und zu kleinteilige Förderpolitik ist hierfür die Ursache, so Dudenhöffer: “Wir sehen mit einer gewissen Sorge, dass die Förderschwerpunkte nicht aufeinander abgestimmt sind.”

Drei zentrale Aspekte seien für eine Neuausrichtung des Forschungsförderung zu beachten. Erstens müssten die Forschungs- und Entwicklungsbudgets für Elektromobilität deutlich erhöht werden. Zweitens würden verstärkt industrielle Leuchtturm-Projekte benötigt. Und drittens müssten neue urbane zentrale Verkehrssituationen in den Großstädten entstehen, in denen das Elektroauto eine zentrale Rolle spielt und seine Vorteile zur Geltung kommen.

Elektromobilität sei ein wichtiges Thema, um die Wettbewerbsfähigkeit des Bundesrepublik zu steigern, so Dudenhöffer. Bis zum Jahr 2025 werde der Markt für moderne Hochleistungsbatterien für Fahrzeuge auf 130 Mrd Euro ansteigen. Wenn Deutschland nur 25% dieses Marktes gewinnen könnte, entspräche das einem Umsatz von 32 Mrd Euro.